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Versbuch

Thema

Gedichte über Natur und Landschaft: 439 vollständige Texte

Hier stehen 439 Gedichte, in denen Wald, Wetter, Jahreszeit oder Landschaft im Text selbst vorkommen – das kürzeste mit zwei Zeilen, das längste mit 806. Jedes ist vollständig abgedruckt, mit Verfasser und der Ausgabe, aus der die Fassung stammt. Wer etwas für eine Karte sucht, hält sich an die 59 Gedichte mit höchstens zwölf Zeilen.

439 Gedichte von 51 Verfasserinnen und Verfassern · davon 59 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Natur

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Was in diesem Bestand steht und wie man daraus wählt

Die Zuordnung zum Thema stammt nicht aus den Druckausgaben, sondern entsteht aus den Wörtern der Gedichte selbst. Sie ist die Ordnung dieser Sammlung und keine Angabe der Quelle. Das heißt auch: Manches Stück steht hier, weil ein Wald, ein Berg oder ein Sommer darin vorkommt, während es im Kern von etwas ganz anderem handelt. Lesen Sie deshalb den vollständigen Text, bevor Sie ein Gedicht auf eine Karte schreiben oder in eine Rede nehmen. Bei 439 Titeln lohnt sich das Durchsehen noch, und niemand sollte hier von einem unerschöpflichen Vorrat sprechen.

Hinter den 439 Gedichten stehen 51 Verfasserinnen und Verfasser. Heinrich Heine führt mit 59 Gedichten, danach folgen Gustav Schwab mit 33, Rudolf Lavant mit 32, Rainer Maria Rilke mit 30, Theodor Fontane mit 27, Louise Otto-Peters mit 23, Heinrich Kämpchen mit 20 und Otto Ernst mit 17. Karl Streckfuß steuert 14 bei, Richard Dehmel und Conrad Ferdinand Meyer je 12, Alfred Henschke und Johann Wolfgang von Goethe je 11, Paul Haller und Wilhelm Busch je 10. Allein die acht erstgenannten Namen decken 241 der 439 Titel ab; elf Verfasser sind mit genau einem Gedicht vertreten. Über den Verfassernamen findet man oft schneller als über das Thema.

Die Längen gehen weit auseinander: von zwei Zeilen bis 806, mit einem Median von 35. Drei Gedichte haben höchstens vier Zeilen, 21 fünf bis acht, 35 neun bis zwölf – zusammen die 59 kurzen Stücke, aus denen eine Karte, eine Widmung oder eine Tafel bedient wird. Der breite Mittelbau liegt darüber: 79 Gedichte mit 13 bis 20 Zeilen, 109 mit 21 bis 40, 101 mit 41 bis 80. Und 91 Gedichte, also gut jedes fünfte, haben mehr als 80 Zeilen. Wer wenig Platz hat, filtert zuerst nach der Zeilenzahl und liest erst danach.

Am oberen Ende stehen Texte, die vorgelesen und nicht abgeschrieben werden. „Ruth“ von Karl Streckfuß führt mit 806 Zeilen, Ausgabe von 1834, und beginnt „Schwer auf Israel lag Jehova’s zürnende Rechte,“. Theodor Fontanes „Von der schönen Rosamunde“ zählt 687 Zeilen, Rilkes „Träumen“ 316, Fontanes „Der Aufstand in Northumberland“ 288, Rilkes „Lieben“ 247. Friedrich Schillers „Der Spaziergang“ kommt auf 200 Zeilen und setzt mit „Sey mir gegrüßt mein Berg mit dem röthlich strahlenden Gipfel,“ ein. Für eine Feier taugt so etwas nur als Ausschnitt – und dann mit dem Hinweis, dass es einer ist.

Unter den 70 hier aufgeführten Titeln stammen zehn von Gustav Schwab, alle aus einer Ausgabe von 1828, zwischen 34 und 200 Zeilen lang: „Einzug“ mit 34, „Der Mönch und die Nonne“ mit 68, „Die Wurmlinger Kapelle“ mit 72, „Eberhard der Gütige“ mit 73, „St. Fridolin und der Todte“ mit 104, „Die Schöpfung des Bodensee’s“ mit 129, „Das Opfer“ mit 160, „Die Glocke vom Wunnenstein“ mit 184, „Nikodemus Frischlin’s Vater“ mit 186 und „Blutrache“ mit 200. Über die übrigen der 33 Schwab-Gedichte in diesem Bestand sagt diese Auswahl nichts; wer kürzere sucht, geht die vollständige Liste durch.

Bei den kurzen Stücken lohnt ein Blick darauf, wo der Text tatsächlich anfängt. Zu Heinrich Heines „Ich wandle unter Blumen“ – sieben Zeilen, Ausgabe von 1844 – ist als erste Zeile „Und blühe selber mit;“ verzeichnet, der Titel ist hier also selbst schon Vers. Ähnlich liegt es bei „Morgens send’ ich dir die Veilchen“ mit sieben Zeilen und bei „Spätherbstnebel, kalte Träume“ mit elf. Andere Anfänge sind gar keine Verse: bei Fontanes Zyklus steht „(Romanzen-Cyklus.)“, bei Hugo von Hofmannsthals „Idylle“ die Vorbemerkung „NACH EINEM ANTIKEN VASENBILD:“, bei Rilkes „Lieben“ nur die Ziffer „I“.

Die Druckjahre reichen von 1658 bis 1981; bei zwei Gedichten fehlt die Jahresangabe. Der Schwerpunkt liegt klar um 1900: 90 Titel tragen ein Jahr aus diesem Jahrzehnt, 62 aus den 1820er Jahren, 60 aus den 1890ern, je 35 aus den 1910er und den 1920er Jahren, 30 aus den 1840ern. Die späten Jahre nennen nicht die Entstehung, sondern die Ausgabe, aus der die Fassung übernommen ist – bei Joseph von Eichendorffs „Der verliebte Reisende“ steht 1970, bei Wilhelm Buschs „Immer wieder“ 1960. Für eine Quellenangabe ist genau dieses Jahr das brauchbare, weil es zur abgedruckten Fassung gehört.

Als grobe Rechnung für die Auswahl: Vier bis zwölf Zeilen passen auf eine Karte, ohne dass die Schrift schrumpfen muss. Zwanzig bis vierzig Zeilen tragen eine Ansprache, wenn man langsam liest und den Text an den Anfang oder an den Schluss stellt; Otto Ernsts „Einem Sommer“ liegt mit 44 Zeilen an dieser Grenze. Alles über hundert Zeilen ist ein Vorleseabend, kein Zitat – Louise Otto-Peters’ „Jung-Elschen“ von 1893 hat genau 100 und fängt mit „Der Abendwind streicht durch den Wald“ an. Wer kürzt, kürzt an einer Strophengrenze und schreibt „Strophe aus …“ dazu.

Alle Verfasser dieser Sammlung sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; ihr Urheberrecht ist nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen. Die Texte dürfen also abgeschrieben, gedruckt, vertont und verkauft werden, ohne zu fragen. Nicht frei sind Übersetzungen und neuere Bearbeitungen: Sie sind eigene Werke mit eigener Frist (§ 3 UrhG). Eine Quellenangabe ist keine Pflicht mehr, beantwortet aber Rückfragen im Voraus; Verfasser, Titel, Druckjahr und Ausgabe genügen. Und die alten Schreibungen sind keine Tippfehler: „Todte“ mit dt, „Jehova’s“ mit Apostroph, „Ueberfloren“ mit Ue – so stand es im Druck, und so bleibt es hier stehen.