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Versbuch

Remontanten und Centifolien

Louise Otto-Peters · 18191895

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1893

Immer wieder zu erblühen,Zwingt man jetzt die schönsten RosenFarbenprächtig zu erglühen,Wählt sich gern die riesengroßen.

Centifolien! veraltetNennt man Euch, im neuen GartenWo Ihr siegend einst gewaltetMag man Eurer kaum noch warten.

Denn Ihr laßt’s Euch nicht gefallen,Blühend Euch zu wiederholen,In den Sommermonden allen,Wie’s des Gärtners Kunst befohlen,

Seid Euch gleich und keusch gebliebenHundertblättrig in der Runde,Ernst verschlossen falschen Trieben,Gebt Ihr echter Liebe Kunde!

Liebe, die zum Wiederholen,Nie und nirgend sich verstanden –Heutzutag doch wirds befohlen:Modisch sind die Remontanten.

Wen’ge nur die jetzt noch hegenJene alten Rosenbäume,Denen treuer, Liebessegen,Nicht gehört in’s Reich der Träume.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. S. 293-294, 1. Auflage, Moritz Schäfer, Leipzig, 1893
Digitalisat
de.wikisource.org — „Remontanten und Centifolien“, Fassung 638.532 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Louise Otto-Peters starb 1895; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1965 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118590901 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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