Vom Berge
Gustav Schwab · 1792–1850
24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Wir treten aus dem hohen Wald,Vom Morgenlicht erhellt:In sonnenfreundlicher GestaltGrüßt uns die weite Welt.
Was leuchtet dort im hellen Strahl?Das ist das Felsenschloß.Ahnst du, mein Herz, den hohen Saal?Ahnst Ritter schon und Roß?
Was blinket aus dem tiefen Thal?Das ist der alte Fluß.Ahnst du die Nixen ohne Zahl,Der Nymphen lust’gen Gruß?
Was glänzt im Nebel dort wie Gold?Das ist ein Städtchen gar.Ahnst du die Mägdlein schmuck und hold,Mit krausem Lockenhaar?
Das Felsschloß, das ist öd’ so sehr,Kein Ritter haust mehr dort;Wohl rauscht der Fluß, doch ist er leer,Die Nymphen all’ sind fort.
Doch in die Stadt da ziehn wir ein,Die ist ganz voll und hell.Gegrüßet seyd, ihr Jungfräulein,O kommt an’s Fenster schnell!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 59, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Vom Berge (Schwab)“, Fassung 1.372.204 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.