Der Wald
Friederike Brun · 1765–1835
21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1795
(1779.)
Nimm mich in kühligen, schattigen Arm,Säuselnder Hain!Fern von rauschender Freuden Schwarm,Ungestört vom nagenden Harm,Will ich deiner mich freu’n!
Lieblich strömt von den Gipfeln herabWallender Duft;Langsam ans moosige Ufer hinab,Rollen die murmelnden Wellen ins Grab,Spiegel schimmernder Luft.
O Natur! wie bist du so schön;Lieblich und hehrDeine verjüngende Schönheit zu sehn,So durch’s Leben lächelnd zu gehn,Mit der Unschuld daher!
Unschuld nur, und du, o Natur!Seeliges Band!Ihr versüsset das Leben uns nur;Stets will ich folgen der blumigen SpurMit der Lieb’ an der Hand!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 48–49, Orell, Gessner, Füssli & Comp., Zürich, 1795
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Wald (Brun)“, Fassung 3.466.689 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Friederike Brun starb 1835; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1905 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118516051 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.