Freundliche Nähe
Otto Ernst · 1862–1926
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1907
Geliebter Menschen traute NäheIst wie der Quelle ferner Sang,Der leis herüberklingt vom GartenDen schönen Sommertag entlang,
Ist wie ein frischer Duft vom Walde,Den laue Winde hergewehtUnd der von früh bis spät uns labendUnd läuternd duch die Seele geht. –
Oft hör’ ich dich im Hause schalten,Geliebtes Weib; durch Tür und WandVernehm’ ich fernes Lachen, Singen,Und hör’ ich rauschen dein Gewand;
Mir ist, als fühlt’ ich deine LippenWie Tau auf meiner Wange ruhn:Mein Haupt umschwebt ein selig Glänzen,Und Segen ruht auf meinem Tun. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Siebzig Gedichte S. 84, 1. Auflage, L. Staackmann, Leipzig, 1907
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Freundliche Nähe“, Fassung 1.623.348 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Otto Ernst starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118682342 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.