Tief im Winter
Paul Haller · 1882–1920
15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922
Das Feld im Winterschlaf, der Wald bereift,Wie tot die ganze weite Welt.Das Schweigen wandelt durch die klare LuftWie ferner Glockenton.
Was mir das Herz, das wilde Herz bewegt,Mit heißem Wunsch die ganze Welt umspannt,Das kehret heim ins enge KämmerleinUnd sinkt in Winterschlaf.
So bin ich dir, Natur, nun eng vereint.Wir schlafen beide. Doch der toten BrustEntsteigt aus tiefstem Grund ein goldner Traum:
Der Allmacht Schreiten hör ich groß und stark,Die ew’ge Liebe beugt sich hoch herab.Wie ferner Hornklang zieht es mir ins Herz:Du bist in Gotteshand.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 37, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Tief im Winter“, Fassung 876.793 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.