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Versbuch

Trockne Blumen

Wilhelm Müller · 17941827

32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Ihr Blümlein alle,Die sie mir gab,Euch soll man legenMit mir in's Grab.

Wie seht ihr alleMich an so weh,Als ob ihr wüßtet,Wie mir gescheh'?

Ihr Blümlein alle,Wie welk, wie blaß?Ihr Blümlein alle,Wovon so naß?

Ach, Thränen machenNicht maiengrün,Machen todte LiebeNicht wieder blühn.

Und Lenz wird kommen,Und Winter wird gehn,Und Blümlein werdenIm Grase stehn,

Und Blümlein liegenIn meinem Grab,Die Blümlein alle,Die sie mir gab.

Und wenn sie wandeltAm Hügel vorbei,Und denkt im Herzen:Der meint' es treu!

Dann Blümlein alle,Heraus, heraus!Der Mai ist kommen,Der Winter ist aus.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 19-20, B. Behrs Verlag, Berlin, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Trockne Blumen“, Fassung 2.205.072 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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