Handverlesen
Kindergedichte: 47 handverlesene Gedichte
Diese Seite ist die einzige dieser Sammlung, auf der ein Mensch ausgewählt hat und keine Regel gerechnet. 403 Gedichte wurden dafür gelesen, 47 blieben übrig. Das kürzeste hat drei Zeilen, das längste 36, in der Mitte liegen zwölf; 35 der 47 kommen mit höchstens sechzehn Zeilen aus und sind damit zum Vorlesen oder für eine Karte kurz genug. Unter der Liste steht, wonach ausgewählt wurde und was aus welchem Grund nicht aufgenommen ist.
47 Gedichte von 4 Verfassern · davon 35 mit höchstens 16 Zeilen · aus 403 gelesenen ausgewählt
Alle 47 Gedichte
Kürzestes zuerst. Jede Zeilenzahl ist gezählt, nicht geschätzt — beim Vorlesen ist das die erste Frage.
- „Ruhe ist viel wert“Joachim Ringelnatz · 3 Zeilen
- Ein niedliches EichhörnchenJoachim Ringelnatz · 3 Zeilen
- Es war einmal ein schlimmer HustenJoachim Ringelnatz · 5 Zeilen
- Nun sieh mal an! Ei ei!Joachim Ringelnatz · 5 Zeilen
- Wenn alles sitzenbliebeWilhelm Busch · 5 Zeilen
- Das ProblemChristian Morgenstern · 6 Zeilen
- Unter Wasser Bläschen machenJoachim Ringelnatz · 6 Zeilen
- Zwischen diesen zwei gescheitenWilhelm Busch · 7 Zeilen
- Der Schaukelstuhl auf der verlassenen TerrasseChristian Morgenstern · 8 Zeilen
- Die TrichterChristian Morgenstern · 8 Zeilen
- Die zwei WurzelnChristian Morgenstern · 8 Zeilen
- Es war eine gelbe ZitroneJoachim Ringelnatz · 8 Zeilen
- Geiß und SchleicheChristian Morgenstern · 8 Zeilen
- Vice versaChristian Morgenstern · 8 Zeilen
- Das HuhnChristian Morgenstern · 9 Zeilen
- Das Wasser (Christian Morgenstern)Christian Morgenstern · 9 Zeilen
- ÜbergewichtJoachim Ringelnatz · 9 Zeilen
- Die drei SpatzenChristian Morgenstern · 10 Zeilen
- Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbstChristian Morgenstern · 10 Zeilen
- Das GebetChristian Morgenstern · 11 Zeilen
- Das NasobēmChristian Morgenstern · 12 Zeilen
- Der LattenzaunChristian Morgenstern · 12 Zeilen
- Der WetterhahnWilhelm Busch · 12 Zeilen
- Die Beichte des WurmsChristian Morgenstern · 12 Zeilen
- MöwenliedChristian Morgenstern · 12 Zeilen
- PalmströmChristian Morgenstern · 12 Zeilen
- PlaudertascheWilhelm Busch · 12 Zeilen
- SchlängelchenJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Es stand vor eines Hauses TorWilhelm Busch · 13 Zeilen
- Fisches NachtgesangChristian Morgenstern · 13 Zeilen
- Brief einer KlabauterfrauChristian Morgenstern · 14 Zeilen
- Das aesthetische WieselChristian Morgenstern · 14 Zeilen
- Das große LalulāChristian Morgenstern · 15 Zeilen
- Das OstereiAugust Heinrich Hoffmann von Fallersleben · 16 Zeilen
- Die TuteWilhelm Busch · 16 Zeilen
- Das WeihnachtsbäumleinChristian Morgenstern · 18 Zeilen
- Ein dicker SackWilhelm Busch · 18 Zeilen
- Mein Freund, an einem SonntagmorgenWilhelm Busch · 19 Zeilen
- Neue Bildungen, der Natur vorgeschlagenChristian Morgenstern · 20 Zeilen
- Spatz und SchwalbenWilhelm Busch · 20 Zeilen
- Kind, spiele!Joachim Ringelnatz · 21 Zeilen
- Der GaulChristian Morgenstern · 24 Zeilen
- Die MückenWilhelm Busch · 28 Zeilen
- Die SchneckenWilhelm Busch · 28 Zeilen
- Fink und FroschWilhelm Busch · 30 Zeilen
- BieneAugust Heinrich Hoffmann von Fallersleben · 31 Zeilen
- Die WeidenkätzchenChristian Morgenstern · 36 Zeilen
Die vier Verfasser
Wie viele Gedichte jeder von ihnen auf dieser Seite hat. Die vollständige Liste seiner Gedichte in dieser Sammlung steht auf seiner eigenen Seite.
Was nicht aufgenommen ist, und warum
356 der 403 gelesenen Gedichte stehen nicht auf dieser Seite. Unten steht jeder Grund mit der Zahl der Gedichte, auf die er zutraf, und jeweils bis zu drei Beispiele mit der Zeile, an der es scheiterte. Die Zeilen sind wörtlich zitiert.
Mehr als vierzig Zeilen49 Gedichte
Dieselbe Grenze, an der auf dieser Seite „lang“ beginnt. Vorgelesen muss ein Gedicht innerhalb der Aufmerksamkeit eines kleinen Kindes zu Ende sein.
- «Alcest» — 58 Zeilen; erste Zeile: „Alcest, den mancher Kummer drückte,“
- «Alcest» — 49 Zeilen; erste Zeile: „Durch Unglück mehr, als durch Versehn,“
- «Amynt» — 56 Zeilen; erste Zeile: „Amynt, der sich in großer Noth befand,“
Ein herabsetzendes Wort in der Vorlage2 Gedichte
Diese Sammlung gibt die benannte Druckfassung wieder und modernisiert nicht; ein Text, der so nicht gedruckt werden kann, kann hier nicht stehen.
- «Das Land der Hinkenden» — „Der nicht gestottert, wenn er redte, / Nicht, wenn er gieng, gehinket hätte;“
- «Meine Tante, Frau Bebatte» — „„Ein Mulatte, / welcher dreizehn Kinder hatte, / aß vor Hunger eine Ratte,“
Gewalt, Grausamkeit, körperlicher Schaden59 Gedichte
Auch dort, wo das Gedicht komisch davon spricht — bei einem Buch, aus dem einem Vierjährigen vorgelesen wird, ist das kein Unterschied.
- «Cleant» — „Bald von der Marter zu dem Schwur,“
- «Das Heupferd, oder der Grashüpfer» — „War eben, wie der Peitsche Schlagen, / Zu schwach bey diesem schweren Wagen.“
- «Das Pferd und die Bremse» — „Und brach ein Bein; hier lag der stolze Gaul.“
Tod, Sterben, Grab51 Gedichte
Ein Mensch oder ein Tier stirbt, ist tot oder wird begraben; oder die Trauer ist der Gegenstand.
- «Der baronisirte Bürger» — „Starb arm und unberühmt. Kurz, er bewies den Satz,“
- «Der Greis» — „Er lebte, nahm ein Weib, und starb.“
- «Der sterbende Vater» — „Sein Ende kam, und kurz vor seinem Sterben“
Angst als Pointe11 Gedichte
Die Wirkung des Gedichts beruht darauf, dem Kind Angst zu machen.
- «Das Auge der Maus» — „Alle Dinge sind voll Graus.“
- «Das Geburtslied Oder: Die Zeichen Oder: Sophie und kein Ende» — „doch um das Haus / oh Graus oh Graus / da blasen böse Windelein.“
- «Die Fingur» — „Und Wiedergänger gehen, / und Raben rufen kolk,“
Sünde, Strafe und der zusehende Gott3 Gedichte
Das Gedicht belehrt das Kind, dass es schlecht sei oder beobachtet werde, um bestraft zu werden. Ein einfach freundliches oder dankbares Gedicht fällt nicht darunter.
- «Überwinde! Jede Stunde» — „Ohne Erbschuld wirst du funkeln,“
- «Nie bist du ohne Nebendir» — „Es kommt alles ans Licht. / Sei ohnedies gut.“
- «Du hast das schöne Paradies verlassen» — „Daß Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen;“
Kein Gegenstand für ein Kind147 Gedichte
Liebe, Ehe, Politik, Krieg, Glaubenslehre, Kunst über Kunst, der eigene Ruhm des Dichters.
- «Jetzt hebt der Fasching an» — „So ist die Welt der Narren voll, / Nur daß man’s ins Gesicht / Nie sagen darf und soll.“
- «Leicht in den Herzen» — „Macht man sie länger / Mit Wein und Gesang.“
- «Mein Vaterland» — „Mit der That will ich’s erwiedern / Dir in Noth, in Kampf und Streit.“
Sprache, der ein Kind beim Vorlesen nicht folgen kann34 Gedichte
Eine Rechtschreibung, die entziffert werden muss, ein Satzbau über zwei Strophen, ein antiker Name, der die Pointe trägt, oder lauter Abstrakta.
- «Das alte Jahr vergangen ist» — „Die Zeit gebeut, nie stehn wir still, / Wir schreiten fort mit ihr.“
- «Das Kartenhaus» — „Veränderlich sind die Gemüther, / So mußten auch die Dinge seyn.“
- «Der Blinde und der Lahme» — „Aus dieser Unvollkommenheit / Entspringet die Geselligkeit.“
Die acht Ausschlussgründe
Sie standen fest, bevor das erste Gedicht gelesen wurde. Ein Gedicht steht nur dann auf dieser Seite, wenn keiner von ihnen greift; bei Zweifelsfällen wurde ausgeschlossen.
- Mehr als vierzig Zeilen
- Dieselbe Grenze, an der auf dieser Seite „lang“ beginnt. Vorgelesen muss ein Gedicht innerhalb der Aufmerksamkeit eines kleinen Kindes zu Ende sein.
- Ein herabsetzendes Wort in der Vorlage
- Diese Sammlung gibt die benannte Druckfassung wieder und modernisiert nicht; ein Text, der so nicht gedruckt werden kann, kann hier nicht stehen.
- Gewalt, Grausamkeit, körperlicher Schaden
- Auch dort, wo das Gedicht komisch davon spricht — bei einem Buch, aus dem einem Vierjährigen vorgelesen wird, ist das kein Unterschied.
- Tod, Sterben, Grab
- Ein Mensch oder ein Tier stirbt, ist tot oder wird begraben; oder die Trauer ist der Gegenstand.
- Angst als Pointe
- Die Wirkung des Gedichts beruht darauf, dem Kind Angst zu machen.
- Sünde, Strafe und der zusehende Gott
- Das Gedicht belehrt das Kind, dass es schlecht sei oder beobachtet werde, um bestraft zu werden. Ein einfach freundliches oder dankbares Gedicht fällt nicht darunter.
- Kein Gegenstand für ein Kind
- Liebe, Ehe, Politik, Krieg, Glaubenslehre, Kunst über Kunst, der eigene Ruhm des Dichters.
- Sprache, der ein Kind beim Vorlesen nicht folgen kann
- Eine Rechtschreibung, die entziffert werden muss, ein Satzbau über zwei Strophen, ein antiker Name, der die Pointe trägt, oder lauter Abstrakta.
Wie diese 47 Gedichte ausgewählt wurden – und was nicht aufgenommen ist
Vor dem Lesen wurde aufgeschrieben, was ein Gedicht von dieser Seite ausschließt; erst danach wurde gelesen. Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied zwischen einer Auswahlregel und einer nachträglichen Begründung dessen, was jemandem ohnehin gefiel. Acht Ausschlussgründe wurden festgelegt: kein Gegenstand für ein Kind; Tod, Sterben und Grab; Gewalt und Grausamkeit, auch wo das Gedicht komisch davon spricht; Angst als Pointe; mehr als vierzig Zeilen; eine Sprache, der ein Kind beim Vorlesen nicht folgen kann; Belehrung über Sünde und Strafe; und ein herabsetzendes Wort in der Druckvorlage. Ein Gedicht kommt nur auf die Seite, wenn keiner der acht Gründe greift. Bei Zweifelsfällen wurde festgelegt, dass ausgeschlossen wird und nicht aufgenommen – die beiden Irrtümer sind nicht gleich schwer.
Der Kreis der geprüften Gedichte wurde nicht nach Gefühl gezogen. Geprüft wurden erstens alle Gedichte von vier Verfassern, die für Kinderverse in Frage kommen: Christian Fürchtegott Gellert, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Christian Morgenstern und Wilhelm Busch. Zweitens alle Gedichte, deren Druckvorlage selbst Kinder nennt – Bände wie das „Geheime Kinder-Spiel-Buch“, das „Kinder-Verwirr-Buch“ oder die „Fünfzig Kinderlieder“. Das ist dieselbe Art von Angabe, auf die sich diese Seite auch bei den Sonetten und Balladen stützt: die Quelle sagt es, nicht wir. Zusammen ergab das 403 Gedichte. Was ausgeschlossen wurde, ist einzeln festgehalten, mit dem Grund und mit der Zeile, an der es scheiterte.
Die Zahlen sagen mehr über den Bestand als über die Verfasser. Von Wilhelm Busch wurden 186 Gedichte geprüft und zwölf aufgenommen. Das liegt daran, welcher Busch hier überhaupt vorliegt: keine einzige der Bildergeschichten, sondern 100 Gedichte aus „Zu guter Letzt“, 78 aus „Kritik des Herzens“ und acht aus anderen Bänden – kurze Verse über Ehe, Ruhm, Wein, Alter und Tod. Von Gellert wurden 73 Gedichte geprüft und keines aufgenommen. Alle 73 stammen aus den „Fabeln und Erzählungen“ der Sämmtlichen Schriften, 39 davon sind länger als vierzig Zeilen, und die übrigen handeln von Prozessen, Erbschaften, Heiratsplänen und Schriftstellerstreit, in der Rechtschreibung des 18. Jahrhunderts. Von Fallersleben liegen nur acht Gedichte vor; zwei davon stehen hier.
Der auffälligste Befund ist ein Widerspruch, und er ist gezählt, nicht gedeutet. Aus den beiden Bänden, die Ringelnatz ausdrücklich für Kinder schrieb, sind von 38 geprüften Gedichten neun übriggeblieben – die übrigen erklären, wie man einander ins Gesicht spuckt, Maikäfer in Tinte ertränkt oder aus Korsettstäben Brandbomben baut. Umgekehrt stammen 18 der 47 Gedichte dieser Seite aus Morgensterns „Galgenliedern“, einem Buch, das nie für Kinder gedacht war. Ein Titelblatt sagt also nicht zuverlässig, für wen ein Buch taugt. Genau deshalb wurde jedes Gedicht einzeln gelesen und nicht nach seinem Band aufgenommen.
Von 403 geprüften Gedichten sind 356 ausgeschlossen. Bei 147 war der Gegenstand keiner für ein Kind – Liebe, Ehe, Politik, Ruhm, Wein. 59 zeigen Gewalt an einem Menschen oder Tier, 51 einen Tod, ein Grab oder eine Trauer. 49 sind länger als vierzig Zeilen. Bei 34 ist die Sprache das Hindernis: eine Rechtschreibung, die entziffert werden muss, ein Satz, der über zwei Strophen läuft, oder ein antiker Name, der die Pointe trägt. Elf leben von der Angst, drei belehren das Kind über Sünde und Strafe, und in zweien steht ein Wort, das heute niemand einem Kind vorliest. Dass die Ausschlüsse so verteilt sind, liegt nicht an strengen Maßstäben, sondern daran, wovon deutsche Lyrik des 18. und 19. Jahrhunderts handelt.
Für den Gebrauch zählt zuerst die Länge, und die steht bei jedem Titel. 14 dieser Gedichte haben höchstens acht Zeilen und lassen sich auf eine Karte schreiben oder auswendig lernen; 28 haben höchstens zwölf Zeilen und sind in einer Minute vorgelesen; zwölf haben mehr als sechzehn und eignen sich eher für eine ruhige Viertelstunde am Abend als für den Nachmittag. Zusammen sind es 636 Zeilen. Beim Vorlesen hilft es, den Text vorher einmal für sich zu lesen: Manches lebt vom Klang und nicht vom Sinn – Morgensterns „Das große Lalulā“ besteht aus erfundenen Wörtern und funktioniert nur laut. Bei anderen sitzt der Witz in einem einzigen Wort, das man betonen muss, damit es ankommt.
Was diese Seite nicht ist: eine Wertung der Gedichte. Buschs Bildergeschichten sind ein Meisterwerk und stünden trotzdem nicht hier; ein Gedicht wird nicht schlechter dadurch, dass ein Vierjähriger nichts damit anfangen kann. Und sie ist kein Urteil darüber, was Kindern zugemutet werden darf. Kinderliteratur handelt seit jeher auch von Tod und Angst, und diese Sammlung verschweigt das nicht – 208 Gedichte stehen hier unter Trauer und Abschied. Festgelegt ist nur, dass eine Seite, die man über den Begriff Kindergedichte findet, ungelesen weitergegeben werden kann. Wer sie öffnet, während Kinder danebensitzen, hat nicht eingewilligt, dem 19. Jahrhundert zu begegnen.
Und was daran unsicher bleibt: Es ist die Auswahl eines einzelnen Lesers. Die Regel macht sie überprüfbar, nicht richtig. Zwei der acht Gründe – ob der Gegenstand einer für ein Kind ist und ob die Sprache trägt – sind Urteile, keine Messungen, und sie haben die meisten Ausschlüsse verursacht. Die Regel hat außerdem eine Lücke, die beim Lesen auffiel: Für derbe Wörter gibt es keinen eigenen Grund; die zwei Fälle mussten unter „kein Gegenstand für ein Kind“ eingeordnet werden, was passt, aber gedehnt ist. Beides ist festgehalten, statt es glattzubügeln. Wer eines dieser Gedichte für unpassend hält oder eines vermisst, kann nachschlagen, welcher Grund gegriffen hat und an welcher Zeile.
Rechtlich ist alles hier frei. Die vier Verfasser sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, weshalb der Schutz an ihren Texten erloschen ist (§ 64 UrhG, mit § 69 UrhG vom Ende des Sterbejahres an gerechnet). Ein Gedicht dieser Seite darf also abgeschrieben, gedruckt, in ein Kindergartenheft geklebt, vertont, auf eine Einladung gesetzt und auch verkauft werden, ohne dass jemand gefragt oder bezahlt werden müsste. Nur fremde Zutaten bleiben außen vor: Eine Übersetzung und eine neuere Bearbeitung sind nach § 3 UrhG eigene Werke mit eigener Frist. Hier steht keine – alle 47 Gedichte sind deutsche Originale, jedes mit der Druckausgabe, aus der die Fassung stammt.
Beim Vorlesen fallen alte Schreibweisen auf, und es lohnt sich zu wissen, dass sie beabsichtigt sind. In Fallerslebens „Biene“ heißt es ‚ei! wir thun dir nichts zu Leide‘ – das h in ‚thun‘ war im 19. Jahrhundert üblich und verschwand erst um 1900. Gehört man den Unterschied nicht, und genau darum stört er beim Vorlesen niemanden. Diese Sammlung modernisiert nichts, weil sie eine benannte Druckfassung wiedergibt; ein stilles Korrigieren wäre ein anderer Text unter derselben Angabe. Wer für ein Kind, das schon selbst liest, lieber die heutige Schreibung möchte, kann anpassen – dann ist es eine Bearbeitung, und das gehört dazugeschrieben.