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Versbuch

Waldidyll

Otto Ernst · 18621926

14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1907

Voll Haß und Unrast lief ich in den Wald:Mein Herz war heiß; die Welt war tot und kalt.Du, Bächlein, bist so wild und kraus wie ich!Komm, schäumender Gesell, und lehre mich: –Du gleitest singend über Blum’ und Moos –Was ist im großen Weltenspiel dein Los?Und sprühend, perlend klang es aus dem Schaum,Ein Lied, die Welle sang es wie im Traum:

„Im Schoß der Berge kurze Stunden träumen,Ein froher Sprung von steilem Hange her –An starren Felsenklippen sich zerschäumen –Und seinem Selbst entsagen fern im Meer.“

Noch lange horcht’ ich. Klang’s vom Himmel her?„Und seinem Selbst entsagen fern im Meer.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Siebzig Gedichte S. 68, 1. Auflage, L. Staackmann, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Waldidyll“, Fassung 1.623.337 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otto Ernst starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118682342 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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