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Versbuch

Carl I.

Heinrich Heine · 17971856

36 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1851

Im Wald, in der Köhlerhütte sitztTrübsinnig allein der König;Er sitzt an der Wiege des Köhlerkind’sUnd wiegt und singt eintönig:

Eyapopeya, was raschelt im Stroh?Es blöken im Stalle die Schafe –Du trägst das Zeichen an der StirnUnd lächelst so furchtbar im Schlafe.

Eyapopeya, das Kätzchen ist todt –Du trägst auf der Stirne das Zeichen –Du wirst ein Mann und schwingst das Beil,Schon zittern im Walde die Eichen.

Der alte Köhlerglaube verschwand,Es glauben die Köhlerkinder –Eyapopeya – nicht mehr an GottUnd an den König noch minder.

Das Kätzchen ist todt, die Mäuschen sind froh –Wir müssen zu Schanden werden –Eyapopeya – im Himmel der GottUnd ich, der König auf Erden.

Mein Muth erlischt, mein Herz ist krank,Und täglich wird es kränker –Eyapopeya – du KöhlerkindIch weiß es, du bist mein Henker.

Mein Todesgesang ist dein Wiegenlied –Eyapopeya – die greisenHaarlocken schneidest du ab zuvor –Im Nacken klirrt mir das Eisen.

Eyapopeya, was raschelt im Stroh?Du hast das Reich erworben.Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herab –Das Kätzchen ist gestorben.

Eyapopeya, was raschelt im Stroh?Es blöken im Stalle die Schafe.Das Kätzchen ist todt, die Mäuschen sind froh –Schlafe, mein Henkerchen, schlafe!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Romanzero, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1851. Seiten 28–29., Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Carl I.“, Fassung 2.314.369 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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