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Versbuch

Die schöne Aussicht

Christian Felix Weiße · 17261804

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1758

Wie wunderlich ist nicht die Welt,Daß sie die Aussicht hier für unvergleichlich hält:Hier blüht, sagt sie, ein junger Wald,Der von Gesängen wiederschallt.

Dort schwatzt ein buhlerischer BachDem lispelnden Geräusch der nahen Sträuche nach:Hier strahlt die bunte Wiese vor:Dort schwillt ein stolzer Berg empor.

Da duften Blumen ohne ZahlDie Ros im Garten hier, die Veilche dort im Thal,Hier – – doch laßt mich erst Doris sehn,Ist ohne Doris etwas schön?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Scherzhafte Lieder. S. 47, 1. Auflage, Weidemann, Leipzig, 1758
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die schöne Aussicht“, Fassung 3.569.919 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Felix Weiße starb 1804; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1874 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118630563 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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