Die Dämmerung
Alfred Lichtenstein · 1889–1914
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 2. Oktober 1911
Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.
Auf lange Krücken schief herabgebücktUnd schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.
An einem Fenster klebt ein fetter Mann.Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Zeitschrift „Simplicissimus“, Albert Langen, München, 2. Oktober 1911
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Die Dämmerung“, Fassung 3.487.980 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Lichtenstein starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118832891 der Deutschen Nationalbibliothek.
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