Des Müllers Blumen
Wilhelm Müller · 1794–1827
20 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1906
Am Bach viel kleine Blumen stehn,Aus hellen blauen Augen sehn;Der Bach der ist des Müllers Freund,Und hellblau Liebchens Auge scheint,Drum sind es meine Blumen.
Dicht unter ihrem FensterleinDa pflanz' ich meine Blumen ein,Da ruft ihr zu, wenn Alles schweigt,Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt,Ihr wißt ja, was ich meine.
Und wenn sie thät die Äuglein zu,Und schläft in süßer, süßer Ruh',Dann lispelt als ein TraumgesichtIhr zu: Vergiß, vergiß mein nicht!Das ist es, was ich meine.
Und schließt sie früh die Laden auf,Dann schaut mit Liebesblick hinauf:Der Thau in euren Äugelein,Das sollen meine Thränen sein,Die will [ich] auf euch weinen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 11-12, B. Behr, Berlin, 1906
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Des Müllers Blumen“, Fassung 3.467.193 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.
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