An einen Bach im Winter
Christian Felix Weiße · 1726–1804
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1758
Du rauschest, sanfter Bach, auch nicht für Freuden mehr?Kein Blümchen spiegelt sich in dir:Vom Schnee bedeckt, vom Eise schwer,Gleichst du, ja gleichst du mir.
Du gleichest mir, so lang mir Chloe grausam ist:Da glänzt mir keine Freude mehr,Mein Herz, das alles Glück vergißt,Klopft kaum von Seufzern schwer.
Doch dich lös’t einst der Lenz zu neuen Freuden auf:Da singt um dich der Vögel Chor,Dein murmelnder verliebter LaufLockt Blum und Laub hervor.
O daß mir doch, wie dir, auch einst ein Lenz erschien,Ergäb sich einstens Chloe mir!Da würden mir auch Freuden blühn,Ein ewger Lenz in ihr!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Scherzhafte Lieder. S. 96-97, 1. Auflage, Weidemann, Leipzig, 1758
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An einen Bach im Winter“, Fassung 1.247.277 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Christian Felix Weiße starb 1804; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1874 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118630563 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.