Zwielicht
Joseph von Eichendorff · 1788–1857
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1864
Dämmrung will die Flügel spreiten,Schaurig rühren sich die Bäume,Wolken zieh’n wie schwere Träume –Was will dieses Grau’n bedeuten?
Hast ein Reh du, lieb vor andern,Laß es nicht alleine grasen,Jäger zieh’n im Wald’ und blasen,Stimmen hin und wieder wandern.
Hast du einen Freund hienieden,Trau ihm nicht zu dieser Stunde,Freundlich wohl mit Aug’ und Munde,Sinnt er Krieg im tück’schen Frieden.
Was heut müde gehet unter,Hebt sich morgen neugeboren,Manches bleibt in Nacht verloren –Hüte dich, bleib’ wach und munter!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Joseph Freiherrn von Eichendorff’s sämmtliche Werke. 1. Band. Biographische Einleitung und Gedichte. S. 237–238, Zweite Auflage, Voigt & Günther, Leipzig, 1864
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Zwielicht“, Fassung 3.779.636 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joseph von Eichendorff starb 1857; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1927 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118529390 der Deutschen Nationalbibliothek.
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