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Versbuch

Mittag

Andreas Gryphius · 16161664

15 Zeilen · zuerst gedruckt 1658

II. Mittag.AUff Freunde! last vns zu der Taffel eylen /In dem die Sonn ins Himmels Mittel hältVnd der von Hitz vnd Arbeit matten WeltSucht ihren Weg / vnd vnsern Tag zu theilen.Der Blumen Zier wird von den flammen PfeylenZu hart versehrt / das außgedörtte FeldWündscht nach dem Tau’ / der Schnitter nach dem Zelt;Kein Vogel klagt von seinen Liebes Seilen.Das Licht regiert / der schwartze Schatten fleuchtIn eine Höl / in welche sich verkreucht /Den Schand vnd Furcht sich zu verbergen zwinget.Man kan dem Glantz deß Tages ja entgehn!Doch nicht dem Licht / das / wo wir immer stehn /Vns siht vnd richt / vnd Hell’ vnd Grufft durch dringet.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Ander Buch. S. 29f., Johann Lischke, Breßlau, 1658
Digitalisat
de.wikisource.org — „Mittag (Gryphius)“, Fassung 2.087.756 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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