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Versbuch

Kaiser Blanchebart

Theodor Fontane · 18191898

36 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1905

(Am 16. Juni 1871.)

Vor seinem Heergefolge ritt,Von seinem Volk umschaart,Inmitten von Helden und Prinzen,An der Spitze seiner Provinzen,Der Kaiser Blanchebart.

Er grüßt und sitzt auf hohem RoßUnd sinnet das und dies:Er hält am Sadowa-Walde,Auf der Gravelotter HaldeUnd vor Sedan und Paris.

Er lächelt still; ihm ward zu TraumDie lange Kriegesfahrt,Es schaukeln und schwanken die ReiserUnd rings jubelt’s: es lebe der Kaiser,Der Kaiser Blanchebart.

Und an der Straß’ und an dem Thor,Da halten Frau und Mann,Und sie heben empor ihren Knaben,Den einzigen, den sie haben,Und sprechen: „sieh ihn Dir an!

„Sieh ihn Dir an und vergiß ihn nicht,Der ist von sondrer Art,Im Dienst allzeit das Schwerste,Und in Feld und Pflicht der Erste,Das ist Kaiser Blanchebart.“

Der Kaiser sah den Knaben an,Den überlief es heiß,Alle Herzen sprachen SegenUnd hernieder fiel ein RegenVon Blüthen roth und weiß.

Gott mit Dir, Herr, und kommt der Tag,Der noch keinem wurde gespart,Dann wie aus Märchen-TagenWerden wir singen und sagenVom Kaiser Blanchebart.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 309–309, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Kaiser Blanchebart (Fontane)“, Fassung 1.731.435 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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