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Versbuch

An Aglae

Gustav Schwab · 17921850

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Wie sahn wir blühen dich vor wenig Wochen,Holdselig lächelnd unter deinen KleinenWie eine Rose zwischen Knospen scheinen,Die deine Schönheit vielfach ausgesprochen.

Jetzt hat der eitle Schimmer dich bestochen,Dich abgerissen von dem Kranz der Deinen,Die Welt, die lose Dirne, mußt’ erscheinen,Und hat die schöne Blume sich gebrochen.

Durchzittert dich nicht je und je ein Schaudern?Los bist du von der Wurzel, von den Zweigen,Und wirst verwelken am gemeinen Busen! –

So flüstern hinter dir die keuschen Musen;Du kehrst dich ab und eilest nach dem Reigen:„Was wollen diese Mägde mit mir plaudern?“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 126, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Aglae“, Fassung 1.526.368 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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