Der Jäger
Wilhelm Müller · 1794–1827
22 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906
Was sucht denn der Jäger am Mühlbach hier?Bleib’, trotziger Jäger, in deinem Revier!Hier giebt es kein Wild zu jagen für dich,Hier wohnt nur ein Rehlein, ein zahmes, für mich.Und willst du das zärtliche Rehlein sehn,So laß deine Büchsen im Walde stehn,Und laß deine klaffenden Hunde zu Haus,Und laß auf dem Horne den Saus und Braus,Und scheere vom Kinne das struppige Haar,Sonst scheut sich im Garten das Rehlein fürwahr.
Doch besser, du bliebest im Walde dazu,Und ließest die Mühlen und Müller in Ruh’.Was taugen die Fischlein im grünen Gezweig?Was will denn das Eichhorn im bläulichen Teich?Drum bleibe, du trotziger Jäger, im Hain,Und laß mich mit meinen drei Rädern allein;Und willst meinem Schätzchen dich machen beliebt,So wisse, mein Freund, was ihr Herzchen betrübt:Die Eber, die kommen zu Nacht aus dem Hain,Und brechen in ihren Kohlgarten ein,Und treten und wühlen herum in dem Feld:Die Eber die schieße, du Jägerheld!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe. S. 14-15, B. Behrs Verlag, Berlin, 1906
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Jäger (Müller)“, Fassung 3.434.495 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Wilhelm Müller starb 1827; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1897 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11858524X der Deutschen Nationalbibliothek.
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