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Versbuch

Wo Bismarck liegen soll

Theodor Fontane · 18191898

17 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1905

(Geschrieben am 31. Juli 1898.)

Nicht in Dom oder Fürstengruft,Er ruh’ in Gottes freier LuftDraußen auf Berg und Halde,Noch besser tief, tief im Walde;Widukind lädt ihn zu sich ein:„Ein Sachse war er, drum ist er mein,Im Sachsenwald soll er begraben sein.“

Der Leib zerfällt, der Stein zerfällt,Aber der Sachsenwald, der hält,Und kommen nach dreitausend JahrenFremde hier des Weges gefahrenUnd sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,Den Waldgrund in Epheu tief eingesponnen,Und staunen der Schönheit und jauchzen froh,So gebietet einer: „Lärmt nicht so! –Hier unten liegt Bismarck irgendwo.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 314, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wo Bismarck liegen soll (Fontane)“, Fassung 3.105.083 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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