Land Gosen
Theodor Fontane · 1819–1898
26 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Oft hör’ ich: „Unsre gute StadtAugenscheinlich eine Verheißung hat,Der Himmel, der uns so hegt und pflegt,Hat uns alles wie vor die Thüre gelegt.
Ja, ja, wir haben es leicht und bequem:Im Brieselang Eichen, in Glindow Lehm,In Rauen Kohlen, in Linum Torf,Kalkgeschiebe bei Rüdersdorf,Im Grunewald Schwarzwild, Hirsch und Reh,Spargel en masse bei Halensee,Dill und Morcheln und Teltower Rüben,Oderkrebse hüben und drüben,Auf dem Hohen Barnim Fetthammel-Heerden(Werden mit Nächstem Sonthdowns werden),Königshorster Butter, in Sperenberg Salz,Im Warthebruch Gerste, Graupen und Malz,In Kienbaum Honig, im Havelland Milch,In Luckenwalde Tuch und Drillch,Bei den Werderschen Kirschen und AprikosenUnd bei Potsdam ganze Felder von Rosen.Nichts entlehnt und nichts geborgt,Für Großes und Kleines ringsum gesorgt,Und gesorgt vor allem auch (und nicht schlecht)Schon für unser kommendes Geschlecht, –Dess’ sind uns Gewähr unsre lieben, strammenUnd fast unmöglichen Spreewaldsammen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 77–78, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Land Gosen“, Fassung 1.577.419 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.