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Versbuch

Im Walde

Heinrich Kämpchen · 18471912

28 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Ich kehre gern im Walde ein,Dem Vogelsang zu lauschen,Beim Frührot und im AbendscheinUnd bei der Winde Rauschen.Der Wald, der sommergrüne WaldWar stets mein liebster Aufenthalt,Will keinen andern tauschen. –

Als Kind schon war mein erster GangHinaus in seine Hallen,Der Jägerruf, der Jagdhornklang,Sie täten mir gefallen.Und immer fort und immer neuBlieb’ ich dem Walde vielgetreuUnd geht zu ihm mein Wallen. –

Und darum auch, Genossen mein,Wenn ihr zu Ruh’ mich bringet –Im Wald will ich begraben sein,Im Wald, wo’s rauscht und klinget.Dort wird die Zeit mir nimmer lang’,Ich höre ja den HifthornklangUnd Philomele singet. –

Am Eibenbaum, am trauten Ort,Wo ich so gerne weile,Und den erkoren ich als PortVor Unrast und vor Eile.Am Eibenbaum, im Waldesduft,Genossen, grabet mir die Gruft,Die ich mit keinem teile. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 23, Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Walde (Kämpchen)“, Fassung 1.097.761 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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