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Versbuch

Der Berg

Rainer Maria Rilke · 18751926

16 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Sechsunddreißigmal und hundertmalhat der Maler jenen Berg geschrieben,weggerissen, wieder hingetrieben(sechsunddreißigmal und hundertmal)

zu dem unbegreiflichen Vulkane,selig, voll Versuchung, ohne Rat, —während der mit Umriß Angetaneseiner Herrlichkeit nicht Einhalt tat:

tausendmal aus allen Tagen tauchend,Nächte ohnegleichen von sich abfallen lassend, alle wie zu knapp;jedes Bild im Augenblick verbrauchend,von Gestalt gesteigert zu Gestalt,teilnahmslos und weit und ohne Meinung —,um auf einmal wissend, wie Erscheinung,sich zu heben hinter jedem Spalt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 116, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Berg“, Fassung 2.864.851 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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