Thema
Gedichte über Meer und Wasser
Dieser Bestand versammelt 236 Gedichte, in denen Meer, Küste, Schiff, Strom oder See vorkommen – von der Ballade um einen König am Meer bis zum Sechzehnzeiler über die Flut. Das kürzeste Stück hat fünf Zeilen, das längste 687. Jedes Gedicht steht vollständig da, mit Verfasser, Lebensdaten und der Ausgabe, aus der es abgeschrieben ist.
236 Gedichte von 44 Verfasserinnen und Verfassern · davon 34 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Meer und Wasser
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- Abend am StrandJoachim Ringelnatz · 5 Zeilen
- Das SchiffMarie von Ebner-Eschenbach · 6 Zeilen
- Das Fräulein stand am MeereHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Das Meer erstralt im SonnenscheinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es ragt in’s Meer der RunensteinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es ziehen die brausenden WellenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffHeinrich Heine · 7 Zeilen
- O wär’ ich ein See, so spiegelhellGeorg Friedrich Daumer · 9 Zeilen
- Das tote MeerFrank Wedekind · 12 Zeilen
- Schiff 1931Joachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Zwei SegelConrad Ferdinand Meyer · 12 Zeilen
- Auswanderer-SchiffRainer Maria Rilke · 14 Zeilen
- Berge, Meer und EbeneJoachim Ringelnatz · 14 Zeilen
- Das Meer erglänzte weit hinausHeinrich Heine · 15 Zeilen
- Lied vom MeerRainer Maria Rilke · 15 Zeilen
- Das MeerAlfred Henschke · 16 Zeilen
- Auf dem MeereAda Christen · 20 Zeilen
- Auf dem SeeJohann Wolfgang von Goethe · 20 Zeilen
- Hinaus an den Strand will ich gehenJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- Graue Nacht liegt auf dem MeereHeinrich Heine · 23 Zeilen
- Flut und Flammen Sind beysammenCatharina Regina von Greiffenberg · 24 Zeilen
- Still lag das MeerMarie Eugenie Delle Grazie · 34 Zeilen
- Weihnacht zur SeeJoachim Ringelnatz · 42 Zeilen
- Im HafenHeinrich Heine · 67 Zeilen
- Trüber TagJoachim Ringelnatz · 6 Zeilen
- Grabschrift auf einen ertrunkenen JünglingFriederike Brun · 7 Zeilen
- BabiesJoachim Ringelnatz · 8 Zeilen
- Nach dem SturmTheodor Fontane · 8 Zeilen
- Nachtstiller WaldPaul Haller · 8 Zeilen
- Der SchwimmerRichard Dehmel · 9 Zeilen
- Der letzte SonnengrußRainer Maria Rilke · 10 Zeilen
- Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachenChristian Morgenstern · 11 Zeilen
- Der Mond ist aufgegangenHeinrich Heine · 11 Zeilen
- Der Wind zieht seine Hosen anHeinrich Heine · 11 Zeilen
- Du schönes FischermädchenHeinrich Heine · 11 Zeilen
- Zeesener DreizeilerAlfred Henschke · 11 Zeilen
- An einen FreundFranz Grillparzer · 12 Zeilen
- An einen LeuchtturmJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- An uns vorbeiJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Das FischermädchenTheodor Fontane · 12 Zeilen
- Das FischermädchenTheodor Fontane · 12 Zeilen
- Die Todten FreundeConrad Ferdinand Meyer · 12 Zeilen
- KapitulationFrank Wedekind · 12 Zeilen
- Leise MaschinenJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Schöne Frau ging vorbeiJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Still schleicht der StromAlfred Henschke · 12 Zeilen
- WasserfahrtHeinrich Heine · 12 Zeilen
- Du sah’st mich oft im Kampf mit jenen SchlingelnHeinrich Heine · 13 Zeilen
- UnmutOtfried Krzyzanowski · 13 Zeilen
- An die WeltAndreas Gryphius · 14 Zeilen
- Berlin IGeorg Heym · 14 Zeilen
- Der TurmsteigerPaul Boldt · 14 Zeilen
- Die SintflutPaul Boldt · 14 Zeilen
- Nächtige SeefahrtPaul Boldt · 14 Zeilen
- WaldidyllOtto Ernst · 14 Zeilen
- WeichselPaul Boldt · 14 Zeilen
- Die StadtTheodor Storm · 15 Zeilen
- Hinaus!Theodor Fontane · 15 Zeilen
- Verfluchte SchweinereiAlfred Henschke · 15 Zeilen
- An LandJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- Die Geburt der VenusChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- LenzfahrtConrad Ferdinand Meyer · 16 Zeilen
- Nächtliche FahrtConrad Ferdinand Meyer · 16 Zeilen
- Nähe des GeliebtenJohann Wolfgang von Goethe · 16 Zeilen
- Nordwind im SommerPaul Boldt · 16 Zeilen
- SegelschiffeJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- Zu spät!Ada Christen · 16 Zeilen
- Der kleine MörderAlfred Henschke · 17 Zeilen
- Die RuhigenGeorg Heym · 17 Zeilen
- Glattgedehnter FluthenspiegelMarie Eugenie Delle Grazie · 17 Zeilen
- SeefahrtJoachim Ringelnatz · 17 Zeilen
- Andere JüdinPaul Boldt · 18 Zeilen
- FragenHeinrich Heine · 18 Zeilen
- Goodwin SandTheodor Fontane · 18 Zeilen
- LebensfahrtHeinrich Heine · 18 Zeilen
- Schwarzschattende KastanieConrad Ferdinand Meyer · 18 Zeilen
- Kauderwelscher BettlerdankJoachim Ringelnatz · 19 Zeilen
- Sie floh. vor mir wie’n Reh so scheuHeinrich Heine · 19 Zeilen
- AbschiedMarie Eugenie Delle Grazie · 20 Zeilen
- Die beiden EngelEmanuel Geibel · 20 Zeilen
- Gegen NordenGeorg Heym · 20 Zeilen
- Kronenburg am SundeFriederike Brun · 20 Zeilen
- Mit zwei WortenConrad Ferdinand Meyer · 20 Zeilen
- MöwenflugConrad Ferdinand Meyer · 20 Zeilen
- Schöner HerbstKurt Tucholsky · 20 Zeilen
- Abend (Delle Grazie)Marie Eugenie Delle Grazie · 21 Zeilen
- NereidenMarie Eugenie Delle Grazie · 21 Zeilen
- Baumblüte in WerderAlfred Henschke · 22 Zeilen
- Hakon Borkenbart.Theodor Fontane · 22 Zeilen
- ReinigungHeinrich Heine · 22 Zeilen
- StammtischworteJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- FliegerleuteJoachim Ringelnatz · 23 Zeilen
- Der RheinbornConrad Ferdinand Meyer · 24 Zeilen
- Der Tempel der FreundschaftFriederike Brun · 24 Zeilen
- Der WenerseeTheodor Fontane · 24 Zeilen
- Der WenerseeTheodor Fontane · 24 Zeilen
- HeimwehFrank Wedekind · 24 Zeilen
- MeeresstilleHeinrich Heine · 24 Zeilen
- Vorstadt im FöhnGeorg Trakl · 24 Zeilen
- ColumbusGeorg Heym · 25 Zeilen
- Die Insel auf dem BielerseeFriederike Brun · 25 Zeilen
- Im BadeKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- SchicksalFrank Wedekind · 25 Zeilen
- Tag, schein' herein und, Leben, flieh hinaus!Conrad Ferdinand Meyer · 25 Zeilen
- An AugustaFriederike Brun · 26 Zeilen
- Als sie zur Mittagszeit noch schliefAlfred Henschke · 27 Zeilen
- Enttäuschter BadegastJoachim Ringelnatz · 27 Zeilen
- SeglerJoachim Ringelnatz · 27 Zeilen
- Wir saßen am FischerhauseHeinrich Heine · 27 Zeilen
- Die FeiConrad Ferdinand Meyer · 28 Zeilen
- Die KartenlegerinJoachim Ringelnatz · 28 Zeilen
- Die StrandbucheTheodor Fontane · 28 Zeilen
- Die Tote im WasserGeorg Heym · 28 Zeilen
- Hussens KerkerConrad Ferdinand Meyer · 28 Zeilen
- LetheConrad Ferdinand Meyer · 28 Zeilen
- StarensangHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- SehnsuchtKarl Streckfuß · 30 Zeilen
- Der Abend kommt gezogenHeinrich Heine · 31 Zeilen
- Am ThurmeAnnette von Droste-Hülshoff · 32 Zeilen
- Der PhönixHeinrich Heine · 32 Zeilen
- Die Söhne HarunsConrad Ferdinand Meyer · 32 Zeilen
- ErklärungHeinrich Heine · 32 Zeilen
- Köln–Brüssel–LondonJoachim Ringelnatz · 32 Zeilen
- Locke und LiedAnnette von Droste-Hülshoff · 32 Zeilen
- MondnachtMarie Eugenie Delle Grazie · 32 Zeilen
- SonntagsConrad Ferdinand Meyer · 32 Zeilen
- Am Jahrestag von DüppelTheodor Fontane · 33 Zeilen
- AntwortRichard Dehmel · 33 Zeilen
- FariglioniMarie Eugenie Delle Grazie · 33 Zeilen
- HamburgJoachim Ringelnatz · 33 Zeilen
- Ich denke DeinFriederike Brun · 33 Zeilen
- MartiniqueRudolf Lavant · 33 Zeilen
- Erstes FragmentKarl Streckfuß · 34 Zeilen
- Rettende InselJoachim Ringelnatz · 34 Zeilen
- Es hatt’ ein Müller eine MühlWilhelm Busch · 35 Zeilen
- FlaschenpostJoachim Ringelnatz · 35 Zeilen
- Gesang der Geister über den WassernJohann Wolfgang von Goethe · 35 Zeilen
- Lied im NordenGustav Schwab · 35 Zeilen
- Abendlandschaft von der Bellevüe am Genfersee, vor dem GervaisthoreFriederike Brun · 36 Zeilen
- Der Tod der LiebendenGeorg Heym · 36 Zeilen
- FeuerliedErnst Moritz Arndt · 36 Zeilen
- Der Rappe des ComtursConrad Ferdinand Meyer · 38 Zeilen
- Spätes EhestandsglückTheodor Fontane · 38 Zeilen
- VigilienRainer Maria Rilke · 38 Zeilen
- Kuttel Daddeldu besucht einen EnkelJoachim Ringelnatz · 39 Zeilen
- Lütt JanOtto Ernst · 39 Zeilen
- An W.Joseph von Eichendorff · 40 Zeilen
- Der Mönch von BonifazioConrad Ferdinand Meyer · 40 Zeilen
- Kaiser Friedrich der ZweiteConrad Ferdinand Meyer · 40 Zeilen
- SturmHeinrich Heine · 40 Zeilen
- Gränzen der MenschheitJohann Wolfgang von Goethe · 42 Zeilen
- Gränzen der MenschheitJohann Wolfgang von Goethe · 42 Zeilen
- Mein WannenbadJoachim Ringelnatz · 42 Zeilen
- FriedenHeinrich Heine · 43 Zeilen
- Rhythmisch bewegtMarie Eugenie Delle Grazie · 43 Zeilen
- StyxGeorg Heym · 43 Zeilen
- An den GesangGustav Schwab · 44 Zeilen
- Die InselRainer Maria Rilke · 44 Zeilen
- Harald Harfager.Theodor Fontane · 44 Zeilen
- Rückkehr zweier Thüringer aus EnglandJoachim Ringelnatz · 44 Zeilen
- GeheimnisKurt Tucholsky · 46 Zeilen
- Cromwell’s letzte NachtTheodor Fontane · 47 Zeilen
- Der SchiffbrüchigeHeinrich Heine · 48 Zeilen
- Der TagGeorg Heym · 48 Zeilen
- Nächtliche FahrtHeinrich Heine · 48 Zeilen
- ElbeisgangLouise Otto-Peters · 49 Zeilen
- Gesellschaftslied auf dem BodenseeGustav Schwab · 49 Zeilen
- Im Kreislauf des Jahres.Rudolf Lavant · 49 Zeilen
- Sir Patrick SpensTheodor Fontane · 50 Zeilen
- Träumerei auf einem HavelseeKurt Tucholsky · 50 Zeilen
- Fahrt mit der „Bodensee“Kurt Tucholsky · 51 Zeilen
- MistralMarie Eugenie Delle Grazie · 51 Zeilen
- PoseidonHeinrich Heine · 51 Zeilen
- Reise von Lyon, nach der Perte du RhoneFriederike Brun · 53 Zeilen
- Untergang der SonneHeinrich Heine · 53 Zeilen
- Zwischen Gaeta und KapuaFranz Grillparzer · 53 Zeilen
- GeisterspukRudolf Lavant · 57 Zeilen
- AusflugOtto Ernst · 58 Zeilen
- Cromwell’s letzte NachtTheodor Fontane · 58 Zeilen
- SommerabendJustinus Kerner · 58 Zeilen
- An das WasserGustav Schwab · 59 Zeilen
- Nach dem Tode meines geliebten BrudersFriederike Brun · 59 Zeilen
- ConradinGustav Schwab · 60 Zeilen
- Des Fischers HausGustav Schwab · 60 Zeilen
- GeständnisLouise Otto-Peters · 62 Zeilen
- Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel DaddelduJoachim Ringelnatz · 63 Zeilen
- Geburt der VenusRainer Maria Rilke · 63 Zeilen
- Trutz, Blanke HansDetlev von Liliencron · 63 Zeilen
- Waldemar AtterdagTheodor Fontane · 63 Zeilen
- Den österreichischen ArbeiternRudolf Lavant · 64 Zeilen
- Die Thurbrücke bei BischofszellGustav Schwab · 64 Zeilen
- Das Lied vom ersten Mai.Rudolf Lavant · 65 Zeilen
- Der neue KursRudolf Lavant · 65 Zeilen
- Der Fleischer von ConstanzGustav Schwab · 66 Zeilen
- Graf Gero von MontfortGustav Schwab · 66 Zeilen
- Kuttel Daddeldu und die KinderJoachim Ringelnatz · 66 Zeilen
- Olaf KragebeenTheodor Fontane · 66 Zeilen
- Der GekrönteOtto Ernst · 67 Zeilen
- Kuttel Daddeldu und Fürst WittgensteinJoachim Ringelnatz · 69 Zeilen
- Die Nacht am StrandeHeinrich Heine · 70 Zeilen
- DrachenfelsLouise Otto-Peters · 72 Zeilen
- WeihnachtsspaziergangOtto Ernst · 72 Zeilen
- Am StrandeRudolf Lavant · 73 Zeilen
- Der Fliegende HolländerGeorg Heym · 73 Zeilen
- Zur Pariser WeltausstellungRudolf Lavant · 73 Zeilen
- Nachts in der CajüteHeinrich Heine · 75 Zeilen
- WohlaufLouise Otto-Peters · 75 Zeilen
- Auf dem Canal grandeConrad Ferdinand Meyer · 76 Zeilen
- WeserfahrtLouise Otto-Peters · 76 Zeilen
- Gorm GrymmeTheodor Fontane · 80 Zeilen
- Sie sind wieder da!Rudolf Lavant · 80 Zeilen
- Vor der FahrtFerdinand Freiligrath · 82 Zeilen
- Pidder LüngDetlev von Liliencron · 86 Zeilen
- Der Gesang der OkeanidenHeinrich Heine · 88 Zeilen
- Die Industrie.Georg Weerth · 88 Zeilen
- La Blanche NefConrad Ferdinand Meyer · 88 Zeilen
- Konrad CeltesLouise Otto-Peters · 93 Zeilen
- MithraMarie Eugenie Delle Grazie · 96 Zeilen
- Inkle und YarikoChristian Fürchtegott Gellert · 100 Zeilen
- Das rothe Jahr.Rudolf Lavant · 101 Zeilen
- Hypochonders MondliedNikolaus Lenau · 101 Zeilen
- SorgeOtto Ernst · 101 Zeilen
- Die WanderungFriedrich Hölderlin · 102 Zeilen
- ConquistadoresConrad Ferdinand Meyer · 104 Zeilen
- Triumph der Tugend,Johann Wolfgang von Goethe · 107 Zeilen
- Die Mädchen von ColbergRudolf Lavant · 109 Zeilen
- Lord AtholTheodor Fontane · 112 Zeilen
- Vernunft und WahnsinnGeorg Weerth · 112 Zeilen
- Schwarze VisionenGeorg Heym · 122 Zeilen
- Der PiratRichard Dehmel · 123 Zeilen
- Die Schöpfung des Bodensee’sGustav Schwab · 129 Zeilen
- Des Fremden KönigreichGustav Schwab · 132 Zeilen
- Junge LeidenRudolf Lavant · 152 Zeilen
- Ode an ZeesenAlfred Henschke · 279 Zeilen
- Die Madü-MaränenKarl Streckfuß · 529 Zeilen
- Von der schönen RosamundeTheodor Fontane · 687 Zeilen
Vom Bodensee bis zur Nordsee: was hier liegt
Das Etikett „Meer und Wasser“ ist weiter gefasst, als es klingt. Zusammengestellt wird nach den Wörtern der Gedichte, nicht nach einer Angabe der Druckausgabe; die Ordnung gehört also dieser Sammlung und niemandem sonst. Entsprechend liegt neben der offenen See auch Binnenwasser: Gustav Schwabs „Gesellschaftslied auf dem Bodensee“ von 1828 steht hier ebenso wie „Auf dem Canal grande“ von Conrad Ferdinand Meyer, 1882, das mit „Eine glückgefüllte Gondel gleitet auf dem Canal grande,“ beginnt. Wer eine Seefahrt im engen Sinn sucht, prüft den Text und verlässt sich nicht auf die Überschrift der Liste.
Zeitlich spannt sich der Bestand über gut ein Jahrhundert. Die ältesten Beispiele sind Balladen Gustav Schwabs aus einer Ausgabe von 1828, darunter „Des Fremden Königreich“ mit 132 Zeilen und dem Anfang „Der König feiert am Meer das Spiel,“. Aus den 1880er und 1890er Jahren kommen Detlev von Liliencrons „Trutz, Blanke Hans“, Marie Eugenie Delle Grazies „Mistral“ von 1892 und Richard Dehmels „Der Pirat“ von 1893. Am jüngeren Ende stehen „Das Meer“ von Alfred Henschke, 1927, und „Segler“ von Joachim Ringelnatz, 1934. Derselbe Gegenstand klingt 1828 anders als hundert Jahre später.
Kurze Stücke sind hier knapp. Nur 34 der 236 Gedichte haben höchstens zwölf Zeilen – gemessen am Ganzen ein schmales Fach, und wer für eine Karte sucht, sollte zuerst dort nachsehen, bevor er sich an einer Ballade festliest. Schon das kürzeste der hier vorgestellten Beispiele liegt darüber: „Das Meer“ von Alfred Henschke hat sechzehn Zeilen und setzt ein mit „Ich schwelle in meiner Flut über die Erde.“. „Segler“ von Joachim Ringelnatz kommt auf 27 Zeilen, „Lütt Jan“ von Otto Ernst, 1907, auf 39. Für eine Widmung ist das schon zu viel Text.
Das mittlere Fach ist gut besetzt, und dort liegt fast alles, was man laut lesen kann. „Der Mönch von Bonifazio“ von Conrad Ferdinand Meyer, 1882, hat 40 Zeilen und beginnt mit einem Ruf: „Corsen, löst des Portes Ketten! Jede Hoffnung ist verschwunden!“. Theodor Fontanes „Sir Patrick Spens“ von 1905 hat 50 Zeilen, „Mistral“ von Marie Eugenie Delle Grazie 51, „Trutz, Blanke Hans“ von Detlev von Liliencron 63, „Graf Gero von Montfort“ von Gustav Schwab 66 und „Am Strande“ von Rudolf Lavant, 1893, 73 Zeilen. Vier bis sechs Minuten Vorlesezeit, je nach Tempo.
Die längsten Texte tragen einen ganzen Abend. „Der Pirat“ von Richard Dehmel hat 123 Zeilen, „Des Fremden Königreich“ 132, und das längste Stück des Bestands zählt 687 Zeilen. Solche Erzählgedichte funktionieren als Ganzes; ein Zitat daraus verliert die Handlung, die es trägt. Wenn nur ein Ausschnitt gebraucht wird, sollte man ihn als Ausschnitt kennzeichnen – „aus: Sir Patrick Spens“ ist ehrlicher als ein Vers ohne Herkunft, und der Zuhörer weiß dann, dass er nicht das ganze Gedicht gehört hat.
Acht Verfasser stellen den Kern. Heinrich Heine ist mit 31 Gedichten vertreten, Joachim Ringelnatz mit 30, Conrad Ferdinand Meyer und Theodor Fontane mit je 20, Rudolf Lavant mit 12, Gustav Schwab mit 11, Marie Eugenie Delle Grazie und Georg Heym mit je 10. Die Spannweite dieser Namen erklärt, warum der Bestand so uneinheitlich klingt: Zwischen Schwabs Balladen von 1828 und Ringelnatz’ „Segler“ von 1934 liegen mehr als hundert Jahre. Über den Verfasser lässt sich schneller eingrenzen als über das Stichwort.
Gemeinfrei heißt hier: Der Schutz ist abgelaufen, weil alle Verfasser seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot sind; das Sterbejahr ist bei jedem einzeln aus dem GND-Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek belegt. Diese Gedichte dürfen also gedruckt, vorgetragen, vertont, bearbeitet und verkauft werden, ohne Anfrage und ohne Gebühr. Die Grenze verläuft bei fremden Leistungen am Text: Eine Übersetzung oder eine neuere Bearbeitung kann selbst geschützt sein (§ 3 UrhG). „Der Pirat“ von Richard Dehmel führt in der ersten Zeile „Nach José de Espronceda.“ – eine Nachdichtung nach einem fremden Original, was genau diesen Unterschied sichtbar macht.
Auch das Druckjahr verdient einen Blick, wenn man zitiert. Bei „Trutz, Blanke Hans“ nennt die Vorlage zwei Jahre: 1883 für die Erstausgabe und 1964 für die Ausgabe, aus der der Text hier stammt. Frei ist das Gedicht wegen des Todesjahres seines Verfassers, nicht wegen des Alters des Bandes. Für eine Angabe genügen Verfasser, Titel und Jahr, ergänzt um die Ausgabe, die unter jedem Text dieser Sammlung steht: „Detlev von Liliencron: Trutz, Blanke Hans, 1883“. Pflicht ist das nicht mehr, aber in einer Rede oder einem Programmheft macht es einen Unterschied.
Am Schriftbild merkt man das Alter. Fontane schreibt 1905 „Der König sitzt in Dumferlin-Schloß,“, Lavant setzt 1893 „Auf offnem Meer im leichten Segelboot“ ohne das e, Schwab beginnt „Von Montfort war’s der greise Graf,“ mit Apostroph. Nichts davon ist ein Tippfehler, und nichts wird hier stillschweigend geglättet. Ebenso wenig ist jede erste Zeile ein Vers: Bei Schwabs „Gesellschaftslied auf dem Bodensee“ steht zuerst die Melodieangabe „Melodie: Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher etc.“, bei „Wohlauf“ von Louise Otto-Peters führen zwei Doppelpunkte in den Text. Beim Abschreiben lohnt der Blick, wo das Gedicht wirklich anfängt.