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Versbuch

Hinaus an den Strand will ich gehen

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1910

Wenn keiner wachtDas wilde Meer zu sehenUnd die heilige Nacht.

Und wieder faßt mich das alte Weh –

Am Strand tanzt ein Boot.Das lockt mich hinaus in die tosende See,Fort, fort für immer von Haß und Not,In die See, in die Nacht, in das Glück, in den Tod.

Ich löse das TauUnd die Freiheit lachtHinter Nebel und Grau.Und ich fahre jubelnd hinaus in die Nacht,Das Elend fliehend zu Tod und Glück.

Einmal nur blick ich zurück.Da winkt am LandEine Freundeshand –

Und wie ich das seh,Da hab ich vergessen all Haß und Not.Es faßt mich wieder das alte Weh.Ich wende das BootZurück zum LandUnd küsse die treue Freundeshand.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 13, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hinaus an den Strand will ich gehen“, Fassung 2.533.275 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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