Weichsel
Paul Boldt · 1885–1921
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914
Ein Thema: Weichsel; blutsüßes Erinnern!Der Strom bei Kulm verwildert in dem Bett.Ein Mädchen, läuft mein Segel aufs ParkettAus Wellen, glänzend, unabsehbar, zinnern.
In Obertertia. Julitage flammen,Bis du den Leib in helle Wellen scharrst.Die Otter floh; mein weißes Lachen barstZwischen den Weiden, wo die Strudel schwammen.
Russische Flöße in den Abend ragend.Die fremden Weiber, die am Feuer sitzen,Bewirten mich: Schnaps und gestohlener Speck.
Wir ankern und die Alten bleiben weg.Die Völlerei. Aus grausamen AntlitzenBlitzt unser Blick, ins Weiberlachen schlagend.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Junge Pferde! Junge Pferde! S. 5, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Weichsel“, Fassung 1.228.831 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.
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