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Versbuch

An uns vorbei

Joachim Ringelnatz · 18831934

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1932

O wie viel Menschen mögen jetzt,Um diese Stunde — bitter weinen!?Es wär ein Strom in Gang gesetzt,Wenn diese Tränen sich vereinen.

Von allen Tiefen sanft gezogen,Von allen Höhen abgelehnt,Trägt er sein Fluten und sein WogenZum Meer, das gar nichts mehr ersehnt.

Doch blanke Fische seh ich schwimmen.Stromaufwärts dampft die Kauffahrtei.Am Ufer lachen helle Stimmen.An mir vorbei. An uns vorbei.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 63, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „An uns vorbei“, Fassung 3.026.881 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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