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Versbuch

Die Sintflut

Paul Boldt · 18851921

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Die Wolken wachsen aus den HorizontenUnd trinken Himmel mit den Regenhälsen.Die Menschen bissen auf den höchsten FelsenIn weiße Stirnen, die nicht denken konnten,

Daß Läuse aus dem Meer, die See, krochen.Im Abendsturm ertranken lange Pappeln. —Sie hörten auf der Nacht die Sterne trappeln,Die in dem All den warmen Erdrauch rochen.

Dann schwamm die Sonne in dem glatten Wasser.Das Wasser fiel. Die See faulten ab.Die Erde trug der Meere hellen Schurz.

Die Sterne standen, von Begierde blasser,Mit dünnem Atem an des Ostens Kap.Ein Stern sprang nach der Erde, sprang zu kurz.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 13, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Sintflut“, Fassung 3.575.063 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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