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Versbuch

Seefahrt

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Wie viele Gedanken begleiten,Erwartend die Schiffe, hin, her, von Land!

Manchmal gleichen auf See die ZeitenDachzimmerchen ohne Wand.

Wenn Schiffe verschollen geblieben,Untergegangen sind,Fragt niemand mehr: Welcher Wunsch, welcher WindHat das Schiff in die Ferne getrieben?

Was ist's, was die Schiffe meistert,Durch die Möglichkeiten sie leitet?Der Mut, der den Weltblick begeistert,Rauhleben, das Kleinblicke weitet.

Mit Ehrlichkeit durch Gefahr. —

Vielleicht ist das morgen nicht mehr.Doch Seefahrt, wie vordem sie war,War wunderbar.Roch nach Gewürzen und Teer.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 80, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Seefahrt“, Fassung 3.026.897 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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