Berlin I
Georg Heym · 1887–1912
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1911
Beteerte Fässer rollten von den SchwellenDer dunklen Speicher auf die hohen Kähne.Die Schlepper zogen an. Des Rauches MähneHing rußig nieder auf die öligen Wellen.
Zwei Dampfer kamen mit Musikkapellen.Den Schornstein kappten sie am Brückenbogen.Rauch, Ruß, Gestank lag auf den schmutzigen WogenDer Gerbereien mit den braunen Fellen.
In allen Brücken, drunter uns die ZilleHindurchgebracht, ertönten die SignaleGleichwie in Trommeln wachsend in der Stille.
Wir ließen los und trieben im KanaleAn Gärten langsam hin. In dem IdylleSahn wir der Riesenschlote Nachtfanale.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Der ewige Tag. S. 5, 1. Auflage, Rowohlt, Leipzig, 1911
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Berlin I“, Fassung 3.534.321 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.
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