Die Geburt der Venus
Christian Felix Weiße · 1726–1804
16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1758
Die Zephyr wiegten sich auf sanft geschwollnen Wellen,Und Frühling war ums stille Meer:Der leichten Scherze flüchtigs Heer,Die jungen Freuden, ihre Gesellen,Und Grazien mit sanftumschlungner HandUmringten den beblümten Strand:Da sah die Fabel CytherenVom Schaume des Meeres gebähren.
Doch Damon störet kühn den alten Aberglauben;Bey einem Glase blanken WeinSah er das Ding weit besser ein:Die frohen Winzer kelterten Trauben;Es schäumete der Most mit Ungestüm,Und Chloe zeigt es lächelnd ihm:Da sah er ganz deutlich CytherenVom Schaume des Weines gebähren.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Scherzhafte Lieder. S. 21, 1. Auflage, Weidemann, Leipzig, 1758
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Die Geburt der Venus“, Fassung 3.507.070 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Christian Felix Weiße starb 1804; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1874 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118630563 der Deutschen Nationalbibliothek.
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