Feuerlied
Ernst Moritz Arndt · 1769–1860
36 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1988
Aus Feuer ward der Geist geschaffen,drum schenkt mir süßes Feuer ein!Die Lust der Lieder und der Waffen,die Lust der Liebe schenkt mir ein,:|:der Trauben süßes Sonnenblut,das Wunder glaubt und Wunder thut!:|
Was soll ich mit dem Zeuge machen,dem Wasser ohne Saft und Kraft,gemacht für Kröten, Frösche, Drachenund für die ganze Würmerschaft?|:Für Menschen muß es frischer sein;drum bringet Wein und schenket ein!:|
O Wonnesaft der edeln Reben!O Gegengift für jede Pein!Wie matt und wässrig ist das Leben,wie ohne Stern und Sonnenschein,|:wenn du, der einzig leuchten kann,nicht zündest deine Lichter an!:|
Es wäre Glauben, Liebe, Hoffenund alle Herzensherrlichkeitim nassen Jammer längst ersoffenund alles Leben hieße Leid,|:wärst du nicht in der Wassernotdes Mutes Sporn, der Sorge Tod.:|
Drum dreimal Ruf und Klang gegeben!ihr frohen Brüder, stoßet an:„Dem frischen, kühnen Wind im Leben,der Schiff und Segel treiben kann!“|:Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein!und trinket aus und schenket ein!:|
Aus Feuer ward der Geist geschaffen,drum schenkt mir süßes Feuer ein!Die Lust der Lieder und der Waffen,die Lust der Liebe schenkt mir ein,|:der Trauben süßes Sonnenblut,das Wunder glaubt und Wunder thut!:|
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Allgemeines Deutsches Kommersbuch, S. 304, unveränderter Nachdruck der 160. Auflage von 1978, Selbstverlag, Lahr, 1988
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Feuerlied“, Fassung 4.463.570 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Ernst Moritz Arndt starb 1860; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1930 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118504118 der Deutschen Nationalbibliothek.
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