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Versbuch

Fragen

Heinrich Heine · 17971856

18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Am Meer, am wüsten, nächtlichen MeerSteht ein Jüngling-Mann,Die Brust voll Wehmuth, das Haupt voll Zweifel,Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:

„O lös’t mir das Räthsel des Lebens,Das qualvoll uralte Räthsel,Worüber schon manche Häupter gegrübelt,Häupter in Hieroglyphenmützen,Häupter in Turban und schwarzem Barett,Perückenhäupter und tausend andreArme, schwitzende Menschenhäupter –Sagt mir, was bedeutet der Mensch?Woher ist er kommen? Wo geht er hin?Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?

Es murmeln die Wogen ihr ew’ges Gemurmel,Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,Und ein Narr wartet auf Antwort.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Buch der Lieder, Die Nordsee, Zweiter Cyklus, S. 363–364, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Fragen“, Fassung 3.779.248 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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