Hakon Borkenbart.
Theodor Fontane · 1819–1898
22 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905
(Fragment.)
Der König Hakon BorkenbartHat Roß und Ruhm, hat Waff’ und WehrUnd hat allzeit zu Krieg und FahrtViel hohe Schiff auf hohem Meer;Es prangt sein Feld in Garben,Er aber prangt in Narben,In Narben von den Dänen her.
Es wallt im Wind sein graues Haar,Er liebt die Schlacht und liebt den Wein,Doch nie, trotz seiner siebzig Jahr,Ward ihm zu Sinn als müss’ er frein;Heut zieht er aus in Sorgen:Er liebt schön Ingeborgen,Des Königs Sala Töchterlein.
Schon grüßt ihn fern so Thurm wie Schloß,Und lächelnd plötzlich blickt er drein;Er spricht herab von seinem Roß:„Und bin ich alt, so mag ich’s sein!Und wär ich alt zum Sterben,Auch Ruhm und Narben werben,Und werben gut wie Jugendschein.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 89, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Hakon Borkenbart“, Fassung 1.571.546 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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