Segler
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
27 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Weiße oder brauneFlügel führen schaukelndes HolzLeise durchs Wasser fort:Fischer? Lustfahrten nach Laune?Oder Sport?
Aus dem Hafen läßt sich stolzEin stattliches Vollschiff leiten,Um draußen vom Klüver bis zum BesanSchweres Tuch auszubreitenUnd selbständig dann durch den OzeanZu gleiten.
Es schwankt eine kleine Stadt im SturmUnterm Befehl vom Kommandoturm. –Schaumwirbelnde Wellen springenUm ihre Mauern. – Die See wird wildUnd wieder mild. – Es wechselt das BildImmer neu. –Die Matrosen singenUnd ziehen an Tauen Hand über Hand,Und bringen Schätze von Land zu Land.Ahoi!
Durchnäßte Kleider. – Vereister Bart. –Viel Arbeit und Wache um Wache. –Ein harter Beruf in der Segelschiffahrt!Doch es ist eine ehrliche Sache,Und eine schöne, wenn Meer und WindDen Seglern gnädig sind.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 13–14, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Segler“, Fassung 1.860.817 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.