Zum Inhalt springen
Versbuch

Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen

Christian Morgenstern · 18711914

11 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914

War’s wert, daß wir den Bann des Schweigens brachen,um solche Nichtigkeiten auszutauschen?

So schwätzen wohl zwei Vögel miteinander,derweil in unablässigem Gewanderdes Stromes strenge Wogen meerwärts rauschen.

Erwacht in dir nicht ein Gefühl der Leere,erwägst du, wie so auftut Jahre, Jahrenichts als Geschwätz aus dir sich und dem andern,

indessen nach der Gottheit Schoß und Meereder Geistesweisheit sternenspiegelklareGewässer ruhlos und gewaltig wandern?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Wir fanden einen Pfad, S. 45, Piper, München, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen“, Fassung 3.028.520 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Morgenstern starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11881169X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Christian Morgenstern

Alle Gedichte von Christian Morgenstern ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.