Abend (Delle Grazie)
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1892
Abend.
Im Meer versinktDie Sonne und die funkelnden Wasser zischenAn’s Land, wie angesengt von ihrer Gluth!
In röthliche SchleierHüllt sich die Stadt und ausMagnolienblüthen, drin er geschlummert, steigtDer Abendwind und tänzelt über die Fluth hin,Kühlt brennende Wangen und streutDen Duft seines Brautgemach’s in alle Lüfte ....
Von wirren Stimmen schalltDer Strand und zärtliche Töne schwirrenDer Nacht entgegen: MandolinenklangUnd lockend’ Gekicher der braunen,Der tollkirsch-äugigen Töchter Neapel’s. – –
SchonVerschwimmen die Küsten und überDie Wasser gleitet heimlich die Nacht heran,Aufglänzt im violenfarbigen ÄtherDer Mond und streut seine hüpfenden StrahlenWie silberne Rhythmen über das Grab Vergil’s ....
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 85, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Abend (Delle Grazie)“, Fassung 1.671.279 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
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