An die Welt
Andreas Gryphius · 1616–1664
14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1658
MEin offt bestürmtes Schiff der grimmen Winde-SpielDer frechen Wellen Baall / das schier die Flutt getrennet?Komt vor der Zeit an Port / den meine Seele wil.Offt / wenn vns schwartze Nacht im Mittag überfiellHat der geschwinde Plitz die Segel schier verbrennet!Wie offt hab ich den Wind / vnd Nord’ vnd Sud verkennet!Wie schadhafft ist der Mast / Steur-Rurder / Schwerdt vnd Kiell.Steig auß du müder Geist / steig auß! wir sind am Lande!Was graut dir für dem Port / itzt wirst du aller BandeVnd Angst / vnd herber Pein / vnd schwerer Schmertzen loß.Ade / verfluchte Welt: du See voll rauer Stürme!Glück zu mein Vaterland / das stätte Ruh’ im SchirmeVnd Schutz vnd Frieden hält / du ewig-lichtes Schlos!
Das über Klip auff Klip’ / und Schaum / und Sandt gerennet.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Erste Buch. S. 25, Johann Lischke, Breßlau, 1658
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An die Welt“, Fassung 1.472.918 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.
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