Wir saßen am Fischerhause
Heinrich Heine · 1797–1856
27 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Und schauten nach der See;Die Abendnebel kamen,Und stiegen in die Höh’.
Im Leuchtthurm wurden die LichterAllmählig angesteckt,Und in der weiten FerneWard noch ein Schiff entdeckt.
Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch,Vom Seemann, und wie er lebt,Und zwischen Himmel und Wasser,Und Angst und Freude schwebt.
Wir sprachen von fernen Küsten,Vom Süden und vom Nord,Und von den seltsamen Menschen,Und seltsamen Sitten dort.
Am Ganges duftet’s und leuchtet’sUnd Riesenbäume blüh’n.Und schöne, stille MenschenVor Lotosblumen knie’n.
In Lappland sind schmutzige Leute,Plattköpfig, breitmäulig und klein;Sie kauern um’s Feuer, und backenSich Fische, und quäken und schrei’n.
Die Mädchen horchten ernsthaft,Und endlich sprach Niemand mehr;Das Schiff war nicht mehr sichtbar,Es dunkelte gar zu sehr.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 184–185, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wir saßen am Fischerhause“, Fassung 3.848.067 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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