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Versbuch

Zwischen Gaeta und Kapua

Franz Grillparzer · 17911872

53 Zeilen in 14 Strophen · zuerst gedruckt Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1932

[Capua, am 27. April 1819.]

Schöner und schönerSchmückt sich der Plan,Schmeichelnde WindeWehen mich an;

Fort aus der ProsaLasten und MühFlieg’ ich zum LandeDer Poesie;

Goldner die Sonne,Blauer die Luft,Grüner die Grüne,Würz’ger der Duft.

Dort an dem Maishalm,Schwellend von Saft,Sträubt sich der AloeStörrische Kraft.

Ölbaum, Cypresse,Blond du, du braun,Nickt ihr wie zierliche,Grüßende Fraun?

Was glänzt im Laube,Funkelnd wie Gold?Ha, Pomeranze,Birgst du dich hold!

Apfel der Schönheit,Paris NaturGab dich NeapolisReizender Flur.

Ehrlicher Weinstock,Nützest nicht bloß?Schlingst hier zum Kranze denGrünenden Schoß.

Überall Schönheit,Überall Glanz,Was bei uns schreitetSchwebt hier im Tanz.

Trotz’ger PoseidonWärest du dies,Der drunten scherzt undMurmelt so süß?

Und dies halb Wiese, halbÄther zu schaun,Es wär’ des MeeresFurchtbares Graun?

Hier will ich wohnen!Göttliche du,Bringst du, Parthenope,Wellen zur Ruh?

Nun so, versuch es,Eden der Lust,Ebne die WogenAuch dieser Brust!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Franz Grillparzer - Sämtliche Werke. Hg. August Sauer. Erste Abteilung, Zehnter Band. Gedichte Erster Teil., Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Zwischen Gaeta und Kapua“, Fassung 3.779.942 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Franz Grillparzer starb 1872; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1942 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118542192 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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