An einen Freund
Franz Grillparzer · 1791–1872
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1932
Ein Schiffer irrt, durch Sturmesnacht getrieben,Der Wogen und der Winde, leichtes Spiel,Wohl sind ihm Mast und Ruder noch geblieben,Doch fehlt der Reise Wichtigstes: ein Ziel!
Da sieht er einen Stern durchs Dunkel blinken,Froh ordnet er darnach den irren Lauf,Und jetzt, da schon die Kräfte schwindend sinken,Tut sich ein Hafen dem Verirrten auf.
Wie er das hohe Ufer nun beschreitet,Weiht opfernd er dem Leitstern in der Nacht,Der ihm der Irrfahrt frohes Ziel bereitet,Die Erstlinge von dem, was er gebracht.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Sämtliche Werke in 42 Bänden. (1909-1948); Historisch-kritische Gesamtausgabe. Erste Abteilung, 10. Band: Gedichte Erster Teil, S. 7, Anton Schroll Co., Wien:, 1932
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An einen Freund“, Fassung 3.779.774 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Franz Grillparzer starb 1872; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1942 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118542192 der Deutschen Nationalbibliothek.
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