Zum Inhalt springen
Versbuch

Auf dem See

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

20 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1789

Und frische Nahrung, neues BlutSaug’ ich aus freyer Welt;Wie ist Natur so hold und gut,Die mich am Busen hält!Die Welle wieget unsern KahnIm Rudertakt hinauf,Und Berge, wolkig himmelan,Begegnen unserm Lauf.

Aug’, mein Aug’, was sinkst du nieder?Goldne Träume kommt ihr wieder?Weg, du Traum! so Gold du bist;Hier auch Lieb’ und Leben ist.

Auf der Welle blinkenTausend schwebende Sterne,Weiche Nebel trinkenRings die thürmende Ferne;Morgenwind umflügeltDie beschattete Bucht,Und im See bespiegeltSich die reifende Frucht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Schriften. Achter Band, Leipzig: G. J. Göschen. 1789. Seite 144–145, G. J. Göschen, Leipzig, 1789
Digitalisat
de.wikisource.org — „Auf dem See“, Fassung 605.007 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Johann Wolfgang von Goethe

Alle Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Klassik und Sturm und Drang

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.