Zum Inhalt springen
Versbuch

Das Meer

Alfred Henschke · 18901928

16 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Ich schwelle in meiner Flut über die Erde.Es wirft meine wilde Welle Tang an den Strand,Muscheln, violette Quallen und kleine Seepferde.

Aber der Ekel zischt, daß ich mich gezeigt.Ich krieche in mich zurück,und der Nordwind schweigt.

Ebbe ist … Kinder gehen, sammeln, suchenund sehen Krabben, nasse Sterne,erstaunlichstes Getier.

Ich aber bin längst in der Ferne wieder bei mir.

Und was ich an den Strand warf, stirbt in der Luftoder in des Menschen Hand. –Nur die Taschenkrebse graben sichmit ihren Scheren in den Sand.Sechs Stunden warten sie bis zur nächsten Flut. –Die Taschenkrebse kennen mich gut.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 45-46, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Meer (Klabund)“, Fassung 2.549.939 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Alfred Henschke

Alle Gedichte von Alfred Henschke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.