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Versbuch

Unmut

Otfried Krzyzanowski · 18861918

13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Spart euch den Trost! Der Wahnsinn istDer Gläubiger der Geschlagenen.Und ihm verfällt des Elends wache Brut.Spart euch den Spott.

Denn wie ein Schiff der sturmzerpeitschten FlutSind Worte mir zur Last: verhaßt die BlickeDer Gütigen.

Ich hasse: wenn weit durch das zitternde LandDer Frühling mit grünschattenden Pfeilen zielt.Ich liebe es, wenn um der Männer StirnDas Grün des Elends spielt.

Ihr seid mir Brüder: in Todes HirnBegraben will ich allen freien Mut.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Unser täglich Gift S. 12, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Unmut“, Fassung 584.255 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otfried Krzyzanowski starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 128523778 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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