Goodwin Sand
Theodor Fontane · 1819–1898
18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Das sind die Bänke von Goodwin-Sand,Sie sind nicht Meer, sie sind nicht Land,Sie schieben sich, langsam, satt und schwer,Wie eine Schlange hin und her.
Und die Schiffe, die mit dem Sturm gerungenUnd die schäumende Wuth der Wellen bezwungen,Und die gefahren über die Welt,Unzertrümmert, unzerschellt,Sie sehen die Heimath, sie sehen das Ziel,Da schiebt sich die Schlange unter den KielUnd ringelt Schiff und Mannschaft hinab,Zugleich ihr Tod, zugleich ihr Grab.
Die See ist still, die Ebb’ ist nah,Mastspitzen ragen hier und da,Und wo sie ragen in die Luft,Da sind es Kreuze über der Gruft;Ein Kirchhof ist’s, halb Meer halb Land, –Das sind die Bänke von Goodwin-Sand.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 208, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Goodwin Sand (Fontane)“, Fassung 1.524.710 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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