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Versbuch

Sie floh. vor mir wie’n Reh so scheu

Heinrich Heine · 17971856

19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844

Und wie ein Reh geschwinde;Sie kletterte von Klipp’ zu Klipp’,Ihr Haar das flog im Winde.

Wo sich zum Meer der Felsen senkt,Da hab’ ich sie erreichet,Da hab’ ich sanft mit sanftem WortIhr sprödes Herz erweichet.

Hier saßen wir so himmelhoch,Und auch so himmelselig;Tief unter uns, ins dunkle Meer,Die Sonne sank allmählig.

Tief unter uns, ins dunkle Meer,Versank die schöne Sonne;Die Wogen rauschten drüber hin,Mit ungestümer Wonne.

O weine nicht, die Sonne liegtNicht todt in jenen Fluthen;Sie hat sich in mein Herz verstecktMit allen ihren Gluthen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte. Seite 64–65, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sie floh vor mir wie’n Reh so scheu“, Fassung 1.330.134 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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