Auswanderer-Schiff
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1918
NEAPEL
Denk, daß einer heiß und glühend flüchte,und die Sieger wären hinterher,und auf einmal machte derFlüchtende kurz, unerwartet, Kehrgegen Hunderte —: so sehrwarf sich das Erglühende der Früchteimmer wieder an das blaue Meer,
als das langsame Orangenbootsie vorübertrug bis an das großegraue Schiff, zu dem, von Stoß zu Stoße,andre Boote Fische hoben, Brot, —während es voll Hohn in seinem SchoßeKohlen aufnahm, offen wie der Tod.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 58, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Auswanderer-Schiff“, Fassung 2.354.846 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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