Epoche
Gedichte der Romantik
Die Romantik ist hier mit 256 Gedichten vertreten, und der Bestand ist auffallend langzeilig: Nur 22 Stücke bleiben bei zwölf Zeilen oder darunter, das längste zählt 806. Wer etwas Kurzes für eine Karte sucht, hat also eine kleine, klar überschaubare Auswahl.
256 Gedichte von 13 Verfasserinnen und Verfassern · davon 22 mit höchstens 12 Zeilen
Verfasserinnen und Verfasser dieser Epoche
Nach Geburtsjahr geordnet.
- Ernst Moritz Arndt1769–18604
- Ludwig Tieck1773–18531
- Karl Streckfuß1778–184453
- Clemens Brentano1778–18423
- Adelbert von Chamisso1781–18383
- Justinus Kerner1786–18623
- Ludwig Uhland1787–18625
- Joseph von Eichendorff1788–185718
- Friedrich Rückert1788–18667
- Theodor Körner1791–18131
- Gustav Schwab1792–1850129
- Wilhelm Müller1794–182726
- Wilhelm Hauff1802–18273
Gedichte aus dieser Epoche
120 von 256 Gedichte, kürzestes zuerst. Die vollständige Liste steht auf der Seite der jeweiligen Verfasserin oder des Verfassers.
- Der GartenKarl Streckfuß · 2 Zeilen
- Der SturmwindKarl Streckfuß · 2 Zeilen
- GrabschriftKarl Streckfuß · 2 Zeilen
- Höchster RuhmKarl Streckfuß · 4 Zeilen
- In ein StammbuchKarl Streckfuß · 4 Zeilen
- MenschenwerthKarl Streckfuß · 4 Zeilen
- WünschelruteJoseph von Eichendorff · 4 Zeilen
- Auf ein KindLudwig Uhland · 6 Zeilen
- Liebe und HoffnungKarl Streckfuß · 6 Zeilen
- AbendsegenGustav Schwab · 8 Zeilen
- Der trübe TagFriedrich Rückert · 8 Zeilen
- Kurze FahrtJoseph von Eichendorff · 8 Zeilen
- WintersonneFriedrich Rückert · 8 Zeilen
- An den Hund des TodtenJustinus Kerner · 12 Zeilen
- Die Verlassene an die QuelleKarl Streckfuß · 12 Zeilen
- Eifersucht und StolzWilhelm Müller · 12 Zeilen
- Halt!Wilhelm Müller · 12 Zeilen
- HerbstblumenFriedrich Rückert · 12 Zeilen
- Kleines FrauenlobFriedrich Rückert · 12 Zeilen
- MondnachtJoseph von Eichendorff · 12 Zeilen
- OsternJoseph von Eichendorff · 12 Zeilen
- WinternachtJoseph von Eichendorff · 12 Zeilen
- ZueignungGustav Schwab · 13 Zeilen
- ActäonKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- An AglaeGustav Schwab · 14 Zeilen
- An August Grafen von PlatenGustav Schwab · 14 Zeilen
- An eine WeinendeGustav Schwab · 14 Zeilen
- An einen GreisGustav Schwab · 14 Zeilen
- An Johannes LämmererJustinus Kerner · 14 Zeilen
- An Maria del CaroKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- AprilWilhelm Müller · 14 Zeilen
- Auf der ReiseKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Auf eine Landcharte der SchweizGustav Schwab · 14 Zeilen
- BerufKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Das Leben, ein RäthselKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Der KußKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Der LenzKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Der schöne AugenblickKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Die GesängeGustav Schwab · 14 Zeilen
- Erdenkrieg und HimmelsfriedenGustav Schwab · 14 Zeilen
- GelübdeKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Kirchenbesuch am 18. Oktober 1814Gustav Schwab · 14 Zeilen
- MaiWilhelm Müller · 14 Zeilen
- NachtklageGustav Schwab · 14 Zeilen
- Nothwendigkeit und FreiheitKarl Streckfuß · 14 Zeilen
- Todtenopfer für L. A. P.Gustav Schwab · 14 Zeilen
- WeiblichkeitGustav Schwab · 14 Zeilen
- AntwortJoseph von Eichendorff · 15 Zeilen
- Der WohllautGustav Schwab · 15 Zeilen
- DeutschheitGustav Schwab · 15 Zeilen
- IrrthumGustav Schwab · 15 Zeilen
- Maria mit dem todten Jesus auf dem SchooßGustav Schwab · 15 Zeilen
- Mein!Wilhelm Müller · 15 Zeilen
- RechtfertigungGustav Schwab · 15 Zeilen
- SonettGustav Schwab · 15 Zeilen
- [Waldgespräch]Joseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- An einen Freund ins StammbuchGustav Schwab · 16 Zeilen
- An NadineKarl Streckfuß · 16 Zeilen
- Der IsegrimmJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- Der UnbeständigeKarl Streckfuß · 16 Zeilen
- Engels-TöneKarl Streckfuß · 16 Zeilen
- MorgengebetJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- TrostGustav Schwab · 16 Zeilen
- WeihnachtenJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- ZwielichtJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- In DanzigJoseph von Eichendorff · 17 Zeilen
- Die liebe FarbeWilhelm Müller · 18 Zeilen
- Entzücken im FrühlingeKarl Streckfuß · 18 Zeilen
- Mit dem grünen LautenbandeWilhelm Müller · 18 Zeilen
- PauseWilhelm Müller · 18 Zeilen
- Siebentes FragmentKarl Streckfuß · 18 Zeilen
- Die HeimatJoseph von Eichendorff · 19 Zeilen
- Am FeierabendWilhelm Müller · 20 Zeilen
- An PaulineGustav Schwab · 20 Zeilen
- Danksagung an den BachWilhelm Müller · 20 Zeilen
- Der NeugierigeWilhelm Müller · 20 Zeilen
- Des Müllers BlumenWilhelm Müller · 20 Zeilen
- DichterwehenGustav Schwab · 20 Zeilen
- ErhörungGustav Schwab · 20 Zeilen
- Kennt ihr das Fräulein Dienchen nicht ...Clemens Brentano · 20 Zeilen
- NachrufGustav Schwab · 20 Zeilen
- Als Herr Künzel neulich batClemens Brentano · 22 Zeilen
- Der JägerWilhelm Müller · 22 Zeilen
- Fünftes FragmentKarl Streckfuß · 22 Zeilen
- Viertes FragmentKarl Streckfuß · 22 Zeilen
- An die GeliebteGustav Schwab · 24 Zeilen
- Das GeständnißKarl Streckfuß · 24 Zeilen
- Das Wort der LiebeGustav Schwab · 24 Zeilen
- Die böse FarbeWilhelm Müller · 24 Zeilen
- Die stille StadtGustav Schwab · 24 Zeilen
- Klagelied eines deutschen DichtersGustav Schwab · 24 Zeilen
- Liebe in der FremdeGustav Schwab · 24 Zeilen
- LiebesmorgenGustav Schwab · 24 Zeilen
- MorgengrußWilhelm Müller · 24 Zeilen
- SehnsuchtJoseph von Eichendorff · 24 Zeilen
- TischgebetGustav Schwab · 24 Zeilen
- Treuer TodTheodor Körner · 24 Zeilen
- UngeduldWilhelm Müller · 24 Zeilen
- Vom BergeGustav Schwab · 24 Zeilen
- Wohin?Wilhelm Müller · 24 Zeilen
- Zweytes FragmentKarl Streckfuß · 24 Zeilen
- Auch ein Gedicht?Joseph von Eichendorff · 25 Zeilen
- Der klare HerbstFriedrich Rückert · 25 Zeilen
- Regel für KrankeWilhelm Hauff · 25 Zeilen
- WanderschaftWilhelm Müller · 25 Zeilen
- Der Dichter, als EpilogWilhelm Müller · 26 Zeilen
- Mit Flemmings GedichtenGustav Schwab · 26 Zeilen
- An einen FreundGustav Schwab · 28 Zeilen
- EinleitungKarl Streckfuß · 28 Zeilen
- Erste LiebeGustav Schwab · 28 Zeilen
- FrühlingsmorgenliedGustav Schwab · 28 Zeilen
- Romanze vom RecensentenLudwig Uhland · 28 Zeilen
- ThränenregenWilhelm Müller · 28 Zeilen
- Am SophientageGustav Schwab · 30 Zeilen
- Des Baches WiegenliedWilhelm Müller · 30 Zeilen
- SehnsuchtKarl Streckfuß · 30 Zeilen
- Sonette an G.Gustav Schwab · 31 Zeilen
- Auf ein Paar gestickte RosenGustav Schwab · 32 Zeilen
- Blümlein VergißmeinWilhelm Müller · 32 Zeilen
- Der WeihnachtsbaumErnst Moritz Arndt · 32 Zeilen
Was hier steht, wie lang es ist und was daraus folgt
Zugeordnet wird in diesem Verzeichnis der Verfasser, nicht das Gedicht. Ein Autor, den die Literaturgeschichte zur Romantik zählt, erscheint hier mit allem, was von ihm vorliegt – auch mit einem Vierzeiler, den man ohne die Überschrift keiner Epoche zuordnen würde. Die Einteilung ist also ein Weg, Werke zu bündeln, keine Aussage über den einzelnen Text. Das ist beim Suchen nützlich zu wissen: Unter „Romantik“ finden Sie eine Autorengruppe, und innerhalb dieser Gruppe muss die Wahl über Titel, Länge und Anfangszeile laufen.
Den größten Teil stellen zwei Namen, die heute weniger geläufig sind: Gustav Schwab mit 129 Gedichten und Karl Streckfuß mit 53. Es folgen Wilhelm Müller mit 26 und Joseph von Eichendorff mit 18. Kleiner wird es bei Friedrich Rückert mit 7, Ludwig Uhland mit 5, Ernst Moritz Arndt mit 4 und Justinus Kerner mit 3. Wer gezielt Eichendorff sucht, hat also achtzehn Texte vor sich, nicht hunderte – dafür sind es Stücke, die man oft anderswo schon gelesen hat.
Kurz ist hier die Ausnahme, und die kürzesten Stücke stammen von Karl Streckfuß. „Der Garten“ von 1804 besteht aus zwei langen Zeilen, die erste lautet „Tausend Wege durchziehn mich, doch wähle nicht lange, o Wandrer,“. Ebenso zweizeilig sind „Der Sturmwind“ – „Fürchterlich tob’ ich einher, doch tobend zerreiß’ ich die Wolken,“ – und „Grabschrift“. Vier Zeilen haben von ihm „Höchster Ruhm“ (1834) mit dem Anfang „Was bringt den höchsten Ruhm? – der Sieg!“, „Menschenwerth“ (1834) und „In ein Stammbuch“ (1804).
Das bekannteste kurze Stück dieser Gruppe ist Eichendorffs „Wünschelrute“: vier Zeilen, 1841 gedruckt, beginnend „Schläft ein Lied in allen Dingen,“. Acht Zeilen hat von ihm „Kurze Fahrt“ aus einer Ausgabe von 1864 – „Posthorn, wie so keck und fröhlich,“. Von Friedrich Rückert stehen die achtzeiligen Stücke „Der trübe Tag“ und „Wintersonne“ von 1841 hier, von Gustav Schwab „Abendsegen“ (1828) mit dem Anfang „Dank, Vater! dir für Leid und Lust“, von Justinus Kerner das zwölfzeilige „An den Hund des Todten“.
Praktisch heißt der lange Zuschnitt dieses Bestands: Wer eine Karte beschriften will, arbeitet mit den 22 kurzen Stücken oder mit einer Strophe. Eine Strophe zu nehmen ist völlig in Ordnung – nur muss darunterstehen, dass es eine ist, etwa „aus ‚Abendsegen‘, erste Strophe“. Wer dagegen einen Abend zu füllen hat, findet hier reichlich Stoff; Stücke von mehreren hundert Zeilen wollen vorgelesen werden, mit Pausen und mit einem kurzen Satz davor, worum es geht. Gedruckt auf einer Karte wären sie unlesbar.
Für Trauung, Taufe und Abschied sind die achtzeiligen Texte oft die dankbarsten: lang genug, dass sie eine Bewegung haben, kurz genug, dass niemand unruhig wird. Uhlands sechszeiliges „Auf ein Kind“ aus einer Ausgabe von 1854 beginnt „Aus der Bedrängniß, die mich wild umkettet,“ – ein Beispiel dafür, dass ein kurzer Titel keinen leichten Text garantiert. Lesen Sie das ganze Gedicht, bevor Sie es vortragen. Der Anfang einer Strophe verrät bei diesen Verfassern selten, wohin die letzte Zeile geht.
Rechtlich gilt für alles hier dasselbe: Der Schutz erlischt siebzig volle Kalenderjahre nach dem Tod des Verfassers (§ 64 UrhG; die Frist beginnt mit dem Ende des Todesjahres, § 69 UrhG). Damit sind diese Gedichte frei verwendbar – für Karten, Hefte, Programme, Vertonungen, auch für Gedrucktes, das verkauft wird. Zwei Dinge bleiben geschützt: Übersetzungen und neuere Bearbeitungen, die nach § 3 UrhG eigene Werke sind. Eine Quellenangabe ist nicht mehr vorgeschrieben, aber sie ist höflich und hilft jedem, der nachschlagen will.
An der Schreibung sieht man das Alter der Drucke. „Menschenwerth“ trägt ein h, das in „Wert“ heute fehlt; „An den Hund des Todten“ zeigt dieselbe ältere Norm bei „Toten“. In „Aus der Bedrängniß“ steht ß, wo heute ein s stünde. Das sind keine Druckfehler, sondern der Stand der Rechtschreibung vor 1901. Wer den Text abschreibt, sollte sich entscheiden: entweder buchstabengetreu übernehmen – das ist die saubere Lösung – oder durchgehend modernisieren und dazusagen, dass die Schreibung angepasst wurde.