Kirchenbesuch am 18. Oktober 1814
Gustav Schwab · 1792–1850
14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Die Sonne lichtet sich in Morgenbläue,Will hell ihr siegreich freies Land bescheinen;O dumpfe Stadt, wirst du dich nicht vereinen,Den Herrn zu preisen für die ew’ge Treue?
Verschlossen stehen deine Tempelbäue,Die Glocke ruft zur schönsten Feier Keinen;Doch tret’ ich in die Kirche, – Dank dem kleinenHalb offnen Pförtlein dort – daß ich mich freue.
Ihr Heil’genbilder rings, so fromme, schlichte,Laßt euch durch meinen leisen Tritt nicht stören,Ihr feiert betend wohl des Tags Geschichte!
O Kirche, sel’ger, als bei vollen Chören,Von Gott erfüllt, durchstrahlt vom Morgenlichte!Wer ist’s, der diesen darf den Eingang wehren?
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 134, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Kirchenbesuch am 18. Oktober 1814“, Fassung 1.390.293 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
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