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Versbuch

Das Geständniß

Karl Streckfuß · 17781844

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1804

Ein Wörtchen muß ich dir verkünden,Ein leises Wörtchen, dir allein;Längst fühlt’ ich’s schon mein Herz entzünden,Doch schloß ich’s tief im Busen ein.Du siehst mich fragend an? O schlageNur jetzt noch nieder deinen Blick,Mir weicht der Muth, es treibt die FrageIns Innerste das Wort zurück.

Nein, sieh mich an — die Wange glühet,Und zu der Erde sinkt mein Blick,Mir pocht das Herz, der Athem fliehet,Und so verscheucht die Furcht das Glück.Ich kann — ich kann das Wort nicht sagen,Ob es mein Innres gleich verzehrt,Denn Reue folgt dem kühnen Wagen,Wenn uns ein blinder Wahn bethört.

O mochtest du mich doch verstehen,Und dann dem Schüchternen verzeihn!Du lächelst? Deine Blicke sehenMein schön Geheimniß sicher ein.Du nick’st mit freundlicher Geberde?Du zürnest, Holde, nicht auf mich?Wohl mir, dem Glücklichsten der Erde,Amanda, ja, ich liebe dich!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 66–67, 1, J. V. Degen, Wien, 1804
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Geständniß“, Fassung 4.640.946 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Streckfuß starb 1844; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1914 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117313165 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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